Aktuelle Prognose zum Rapserdfloh (KW 36)

Aktuell ist die Rapsaussaat deutschlandweit gesehen bereits 6 Tage verspätet im Vergleich zum langjährigen Mittel, v.a. bedingt durch die Trockenheit. Viele Bestände laufen verzögert und ungleichmäßig auf.

 
Teile des Saatguts liegen noch ungekeimt im Boden. Nach lokalen Starkniederschlägen haben einige Rapse mit verkrustetem/verschlämmtem Boden zu kämpfen und womöglich zusätzlich Herbizidstress. Entwickelt sich solch gestresster Raps kaum weiter, ist er besonders anfällig für den Blattfraß durch den Rapserdfloh. Kontrollieren Sie die jungen Pflanzen regelmäßig und intensiv auf den typischen Lochfraß des Erdflohs, auch insektizid-gebeizten Raps. Häufig und v.a. bei wüchsigem Raps sieht der Fraßschaden schlimmer aus als er ist (weil die Löcher „mitwachsen“). Es gilt die Schwelle von 10% zerstörter Blattfläche. Nicht voreilig handeln: Damit verschärft man die Resistenzsituation bei den Pyrethroiden. Und bei hoch- bis spätsommerlichem Temperaturniveau ist die Dauerwirkung nur sehr kurz, während sich der Rapserdfloh in der Zuflugphase befindet. Neuzufliegende Käfer werden dann nicht getroffen. Die Notfallzulassungen Exirel und Minecto Gold mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole (andere Wirkstoffgruppe als die Pyrethroide) sind mit ihrer teilsystemischen Wirkung bei stärkerem Befall v.a. für die späteren Einsatztermine gegen die Larven interessant. Bislang hält sich der Lochfraß auf vielen Flächen in Grenzen. Anfang der Woche wird regional (z.B. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen) zunehmende Fraßaktivität (noch unter der Schwelle) beobachtet.

Ab Mitte der Woche sind Niederschläge gemeldet, die die Trockenheit abschwächen werden. Örtlich können die Schauer stark ausfallen, so dass Verschlämmung und Erosion drohen.

Nach hochsommerlichen Tagen wird es mit Temperaturen um 20-23 Grad auch deutlich kühler. Bei diesem Temperaturniveau wird sich der Rapserdfloh aus seinem geschützten Sommerlager wagen. Hitze wie in den vergangenen Tagen mag der Käfer nicht. Entsprechend wurden bisher auch kaum oder nur wenige Erdflöhe in den Gelbschalen gesichtet. Falls noch nicht geschehen: Gelbschalen aufstellen, spätestens in den auflaufenden Raps (Wasser mit Spüli, Abdeckung mit Gitter). Auch in die Spätsaaten müssen Gelbschalen. Die Schalen etwas eingraben, denn der Erdfloh hüpft auf seinem Weg durch den Raps eher zufällig in die Schalen (er wird nicht von der gelben Farbe angelockt). Alle zwei Tage kontrollieren! Ohne eigene Gelbschalen geht nichts, weil der Erdflohbefall üblicherweise nicht nur regional, sondern auch von Schlag zu Schlag sehr unterschiedlich ist.

Wenn der Fraßschaden unter der Schwelle bleibt, sollte mit einer Behandlung das noch recht warme Wetter abgewartet werden, selbst wenn innerhalb weniger Tage viele Käfer in der Gelbschale sein sollten. Die Dauerwirkung „verpufft“ innerhalb von 1-2 Tagen, neuzufliegende Käfer werden nicht getroffen. Eine schlechte Wirkung ist vorprogrammiert. Je nach Witterungs- und Zuflugverlauf bleibt auch immer noch die Bekämpfung der Larven als Hauptschadensverursacher im Spätherbst. Man wartet dann die Bedingungen für die Eiablage und die Larvenentwicklung den Oktober über ab und entscheidet anhand des Larvenbefalls über eine Behandlung.

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

 

 
Teile des Saatguts liegen noch ungekeimt im Boden. Nach lokalen Starkniederschlägen haben einige Rapse mit verkrustetem/verschlämmtem Boden zu kämpfen und womöglich zusätzlich Herbizidstress. Entwickelt sich solch gestresster Raps kaum weiter, ist er besonders anfällig für den Blattfraß durch den Rapserdfloh. Kontrollieren Sie die jungen Pflanzen regelmäßig und intensiv auf den typischen Lochfraß des Erdflohs, auch insektizid-gebeizten Raps. Häufig und v.a. bei wüchsigem Raps sieht der Fraßschaden schlimmer aus als er ist (weil die Löcher „mitwachsen“). Es gilt die Schwelle von 10% zerstörter Blattfläche. Nicht voreilig handeln: Damit verschärft man die Resistenzsituation bei den Pyrethroiden. Und bei hoch- bis spätsommerlichem Temperaturniveau ist die Dauerwirkung nur sehr kurz, während sich der Rapserdfloh in der Zuflugphase befindet. Neuzufliegende Käfer werden dann nicht getroffen. Die Notfallzulassungen Exirel und Minecto Gold mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole (andere Wirkstoffgruppe als die Pyrethroide) sind mit ihrer teilsystemischen Wirkung bei stärkerem Befall v.a. für die späteren Einsatztermine gegen die Larven interessant. Bislang hält sich der Lochfraß auf vielen Flächen in Grenzen. Anfang der Woche wird regional (z.B. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen) zunehmende Fraßaktivität (noch unter der Schwelle) beobachtet.

 

Ab Mitte der Woche sind Niederschläge gemeldet, die die Trockenheit abschwächen werden. Örtlich können die Schauer stark ausfallen, so dass Verschlämmung und Erosion drohen.

 

Nach hochsommerlichen Tagen wird es mit Temperaturen um 20-23 Grad auch deutlich kühler. Bei diesem Temperaturniveau wird sich der Rapserdfloh aus seinem geschützten Sommerlager wagen. Hitze wie in den vergangenen Tagen mag der Käfer nicht. Entsprechend wurden bisher auch kaum oder nur wenige Erdflöhe in den Gelbschalen gesichtet. Falls noch nicht geschehen: Gelbschalen aufstellen, spätestens in den auflaufenden Raps (Wasser mit Spüli, Abdeckung mit Gitter). Auch in die Spätsaaten müssen Gelbschalen. Die Schalen etwas eingraben, denn der Erdfloh hüpft auf seinem Weg durch den Raps eher zufällig in die Schalen (er wird nicht von der gelben Farbe angelockt). Alle zwei Tage kontrollieren! Ohne eigene Gelbschalen geht nichts, weil der Erdflohbefall üblicherweise nicht nur regional, sondern auch von Schlag zu Schlag sehr unterschiedlich ist.

Wenn der Fraßschaden unter der Schwelle bleibt, sollte mit einer Behandlung das noch recht warme Wetter abgewartet werden, selbst wenn innerhalb weniger Tage viele Käfer in der Gelbschale sein sollten. Die Dauerwirkung „verpufft“ innerhalb von 1-2 Tagen, neuzufliegende Käfer werden nicht getroffen. Eine schlechte Wirkung ist vorprogrammiert. Je nach Witterungs- und Zuflugverlauf bleibt auch immer noch die Bekämpfung der Larven als Hauptschadensverursacher im Spätherbst. Man wartet dann die Bedingungen für die Eiablage und die Larvenentwicklung den Oktober über ab und entscheidet anhand des Larvenbefalls über eine Behandlung.

 

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster