Im Breisgau wird auf ersten Flächen schon der Blühbeginn gemeldet, im Südwesten Deutschlands treten Vorblüher auf. Demgegenüber ist die Entwicklung im Nordosten sowie regional auch in Bayern infolge der anhaltenden Kältephasen im Februar und März deutlich verzögert; hier haben einzelne Bestände noch nicht mit der Streckung begonnen.
Wie erwartet kam es in den meisten Regionen an den frühlingshaften Tagen seit letzter Woche nicht mehr zu nennenswertem Zuflug der Rüssler, da ein Großteil bereits zuvor erfolgt war. Neuzuflug war jedoch im Norden und Osten Deutschlands sowie in Lagen mit späterem Erstzuflug möglich. Falls nicht bereits geschehen: Gelbschalen kontrollieren und über eine (weitere) Behandlung entscheiden, bevor sich der Spätwinter zurückmeldet.
Rüsselkäfer in den Gelbschalen, die grün-bläulich glänzen und eher länglich geformt sind, sind „Blaue Mauszahnrüssler“. Von ihnen geht nach aktuellem Wissensstand keine Gefahr aus.
Auch Rapsglanzkäfer in den Gelbschalen können ignoriert werden: Bei knospigem Raps wird der Befall in wärmeren Mittags- oder Nachmittagsstunden bestimmt, indem mehrere Knospen ausgeklopft werden (in die Hand oder in eine Schale). Wichtig ist, nicht nur am Vorgewende zu kontrollieren und nicht ausschließlich bereits hoch aufragende Knospen zu kontrollieren, die von Glanzkäfern bevorzugt werden. Auch weniger weit entwickelte Pflanzen sollten abgeklopft werden, um ein möglichst repräsentatives Bild vom Befall zu erhalten.
Kritisch wird es bei mehr als 10 Käfern pro Haupttrieb. Bei geschwächten Beständen (z. B. durch Frost oder Rapserdflohlarven) halbiert sich die Schwelle (>5 Käfer pro Haupttrieb), da diese weniger gut kompensieren können.
Bei verbreitet günstigen Zuflugbedingungen seit Mitte letzter Woche wird ein ansteigender Glanzkäferbefall beobachtet, tendenziell stärker als in den Vorjahren, regional und schlagspezifisch jedoch sehr unterschiedlich. So gibt es z. B. in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder am südlichen Oberrhein Bestände, in denen bereits kritischer Befall erreicht wurde. Ist dies der Fall und noch keine Behandlung erfolgt, sollte insbesondere schwächerer Raps umgehend behandelt werden. Wenn sich ab der Wochenmitte der Spätwinter zurückmeldet, ist kein weiterer Neuzuflug zu erwarten. Die Käfer, die bereits in den Knospen sitzen, werden jedoch auch durch kühle Temperaturen nicht vollständig am Pollenfressen gehindert. Bis zur Blüte wird es in den meisten Beständen noch dauern. Erst mit dem Öffnen der Blüten richtet der Glanzkäfer keinen Schaden mehr an, sondern wird zum Bestäubungshelfer.
Das Mittel Mavrik/Evure ist solo als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und Hummeln erst abends nach dem Bienenflug eingesetzt werden. Falls gleichzeitig noch späte Rüssler gezielt behandelt werden müssen, ist Trebon geeignet (B2-Auflage: Anwendung nach dem täglichen Bienenflug; die Uhrzeit der Behandlung muss dokumentiert werden). Mospilan (Danjiri) darf nur im Knospenstadium (bis EC59) eingesetzt werden. Mit diesem Neonicotinoid ist ein Wirkstoffwechsel zu den Pyrethroiden möglich, es ist jedoch gegen Glanzkäfer weniger leistungsstark.
Vorgesehene Wachstumsregler- bzw. Fungizideinsätze sollten angesichts des vorhergesagten spätwinterlichen Wetters mit Nachtfrostgefahr verschoben werden.
Rapooli der Rapsprofi