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Aktuelle Marktentwicklung im Raps 30.März 2026

Stark steigende Energiepreise haben die Preise für Pflanzenöl im März auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren ansteigen lassen. Der OIL WORLD Preisindex für pflanzliche Öle erreichte in der dritten Märzwoche 205 Punkte und sank in der Woche bis zum 26. März leicht auf 201, verglichen mit 177 Ende März 2025. Dies ist das höchste Niveau seit Juni 2022 (224 Punkte kurz nach der russischen Invasion in der Ukraine).

Die Preise für Pflanzenöl folgten dem Preisanstieg auf dem Energiemarkt jedoch nur zögerlich. Infolgedessen haben Biodiesel und HVO ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber mineralischem Diesel deutlich verbessert. Noch ist allerdings unklar, wie schnell und in welchem Ausmaß dies zu einem erhöhten Energieverbrauch von Pflanzenölen in den einzelnen Ländern führen wird, insbesondere in Indonesien, Brasilien, der Europäischen Union und den USA.

Die Rapspreise stehen derzeit zwischen zwei gegensätzlichen Kräften: den positiven Nachfrageaussichten für Rapsöl als Rohstoff für Biokraftstoffe – im Zuge des bisherigen Anstiegs der globalen Energiepreise in diesem Monat – und gleichzeitig rekordhohen weltweiten Angebotsmengen in dieser Saison. OIL WORLD schätzt, dass die weltweite Produktion von Raps 85,6 Mio. Tonnen im Jahr 2025/26 erreichen wird, ein neues Hoch und 9,4 Mio. Tonnen über dem reduzierten Niveau des Vorjahres. Der Großteil des Anstiegs wurde in der EU-27 und Kanada registriert, wobei letzteres durch außergewöhnlich hohe Erträge von 2,5 Tonnen pro Hektar im Vergleich zu 2,2 Tonnen pro Hektar im Jahr 2024 angetrieben wurde. Allerdings kam es auch in Südamerika zu einer weiteren Ausdehnung der Produktion, angetrieben durch die hohen Preise für Ölsaaten mit einem hohen Ölgehalt.

 

Die deutlich reduzierten Vorräte zu Beginn der 2025/26 Vermarktungsperiode (hauptsächlich in Kanada) glichen den erheblichen Produktionsanstieg etwas aus, das weltweite Angebot an Raps erreichte dennoch einen neuen Höchststand von ca. 97,9 Mio. Tonnen, ein Anstieg von 6,2 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr und deutlich über 76,6 Mio. Tonnen in 2021/22.  

           

Marktteilnehmer versuchen aktuell die möglichen Folgen des Iran-Krieges zu Energie-, Transport- und Produktionskosten zu quantifizieren. Höhere Kraftstoff- und Düngemittelpreise werden die Anbauentscheidungen der Landwirte in den kommenden Monaten beeinflussen. Die Anbauflächen für Sojabohnen und Sonnenblumen dürften zulasten anderer Kulturen (vor allem Mais), die deutlich höhere Düngemitteleinsätze erfordern, ausgeweitet werden.

            Was die Aussaat im Frühjahr auf der Nordhalbkugel betrifft, werden Sonnenblumen für viele Landwirte eine bevorzugte Kultur sein. OIL WORLD prognostiziert, dass die weltweite Anbaufläche für Sonnenblumen im Jahr 2026/27 weiter auf ein neues Rekordniveau von 34,1 Mio. ha steigen wird, nachdem sie im Vorjahr bereits ungewöhnlich hohe 32,8 Mio. ha erreicht hatte. Die Produktionsaussichten hängen stark von den Witterungsbedingungen ab. Unter der Annahme normaler Wetterverhältnisse könnte die Sonnenblumenproduktion im Jahr 2026/27 62–63 Mio. t erreichen – ein neuer Höchststand und deutlich über den 56,9 Mio. t in 2025/26 sowie dem bisherigen Rekord von 59,4 Mio. t in 2023/24.

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