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Aktuelle Schädlingsprognose, Wachstumsregler-Einsatz und Phoma (KW 42)

 

Rapserdfloh und Schwarzer Kohltriebrüssler
 

Schwarzer Kohltriebrüssler: Bei kritischem Zuflug zügig behandeln!

Aus den Befallsregionen wird seit letzter Woche kritischer Zuflug des Schwarzen Kohltriebrüsslers gemeldet. Kontrollieren Sie Ihre Gelbschalen. Der Käfer ist schwarz und hat rötliche Füße.

Anders als beim Rapserdfloh duldet die Bekämpfung des Schwarzen Kohltriebrüsslers keinen längeren Aufschub: Bereits 5–10 Käfer pro Gelbschale gelten als kritisch. Innerhalb weniger Tage nach dem Zuflug muss mit einem Pyrethroid behandelt werden, um die Eiablage zu verhindern. Denn die Larven sind später im Pflanzeninneren nicht mehr mit Insektiziden erreichbar.

Mit der Pyrethroidbehandlung gegen den Schwarzen Kohltriebrüssler können auch Rapserdflöhe und deren erste schlüpfende Larven erfasst werden. Bei Pyrethroid-Resistenz kann die Wirkung gegen die Käfer vermindert sein oder sogar ganz ausbleiben. Gegen junge Larven ist möglicherweise noch eine Wirkung vorhanden. Auf vielen Flächen beginnt jetzt der Larvenschlupf aus den Eiern der Mitte September zugeflogenen Erdflöhe. Bei sehr hohem Erdflohbefall und insbesondere in Resistenzregionen kommt deshalb die Zumischung von Carnadine gegen die noch sehr kleinen Larven infrage.

Wichtig: Auch nach einer Pyrethroidbehandlung gegen den Schwarzen Kohltriebrüssler sind spätere Kontrollen auf Erdflohlarven notwendig. Denn der Larvenschlupf kann noch über Wochen andauern.

 

 
Rapserdfloh

Der Larvenschlupf des Erdflohs ist unterschiedlich weit fortgeschritten. Wo der Hauptzuflug bereits Anfang September stattfand, nimmt er teilweise schon deutlich zu. Aus den Eiern der Mitte September zugeflogenen Käfer schlüpfen jetzt die ersten Larven. Bei spätem Hauptzuflug Ende September ist mit stärkerem Larvenschlupf dagegen erst im November zu rechnen. Auf vielen Schlägen erfolgte der Zuflug in mehreren Wellen. Entsprechend zieht sich auch der Larvenschlupf über einen längeren Zeitraum hin.

Ab der zweiten Oktoberhälfte, bei spätem Hauptzuflug entsprechend später, sollten die Blattstiele auf Erdflohlarven kontrolliert werden – auch in vermeintlich gesunden Beständen und auf bereits behandelten Schlägen. Typisch sind kleine Einbohrlöcher, Verbräunungen und erste Vernarbungen an den Innenseiten der Blattstiele. Anfangs sind diese Symptome schwer zu erkennen. Eine Lupe oder ein Makro-Aufsatz fürs Smartphone hilft. Als Orientierung für die Behandlungsentscheidung gelten drei Blattstiele mit Larvensymptomen pro Pflanze in schwachen Beständen bzw. fünf bei kräftigem Raps. Bei zunächst vereinzelten Symptomen die Kontrollen wöchentlich wiederholen.

Geht es ausschließlich um den Rapserdfloh, besteht bei den ersten Larvensymptomen noch kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Ziel ist, mit einer Behandlung möglichst viele der nach und nach schlüpfenden Larven zu erfassen. Deshalb sollte die Behandlung möglichst in den ansteigenden Larvenschlupf fallen. Bei starkem Befall und/oder bekannter Pyrethroid-Resistenz kommen dafür Minecto Gold oder Exirel im Rahmen ihrer Notfallzulassungen infrage. Wegen der lang anhaltenden Eiablage und Larvenentwicklung wird man den Raps nicht vollständig „erdflohfrei“ bekommen.

 

 

Wachstumsregler und Phoma

Der warme September hat viele früh gesäte Rapsbestände weit vorangebracht. Falls noch nicht erfolgt und sobald es die Befahrbarkeit erlaubt, bei sehr üppigen Beständen entscheiden, ob eine weitere Wachstumsreglermaßnahme notwendig ist, um ein Überwachsen zu verhindern. Die örtliche Nachtfrostvorhersage beachten. Von kritischem Befall mit Phoma-Blattflecken wird wie erwartet noch nicht berichtet. Man erkennt Phoma an den gelblich-braunen bis grauen Blattflecken auf den unteren, älteren Blättern. Sie haben ein weißgraues Zentrum. Darin sieht man die typischen kleinen schwarzen Sporenlager (Pyknidien). Bislang ist das Risiko für Phoma-Befall witterungsbedingt vor allem in Nordwestdeutschland erhöht. Bei vorhandenem Phoma-Befall sollte ein ohnehin noch notwendiger Wachstumsreglereinsatz möglichst zeitnah zu infektionsfördernden Regenfällen erfolgen. Dabei ein Mittel mit guter Phoma-Wirkung wählen.

 

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

 

 

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