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Nahaufnahme einer Hand, die ein grünes Pflanzenstück mit einem Loch hält. (automatisch generiert durch KI)

Aktuelle Schädlingsprognose, Wachstumsregler-Einsatz und Phoma (KW 43)

Regen und Wind schränken vielerorts die Zeitfenster für Pflanzenschutzmaßnahmen ein. Jetzt heißt es: Blattstiele auf Erdflohlarven kontrollieren, den Schwarzen Kohltriebrüssler im Blick behalten und den Bedarf einer Nachkürzung prüfen. Worauf es bei der Bestandskontrolle und dem richtigen Behandlungszeitpunkt ankommt, zeigt unser aktuelles Raps-Update.

Ab Mitte dieser Woche machen reichlich Regen und Wind vielerorts einen Strich durch geplante Pflanzenschutzmaßnahmen.

 

Erdfloh: Blattstiele kontrollieren!

Beim Rapserdfloh geht es jetzt darum, den Larvendruck zu begrenzen, indem man den Hauptlarvenschlupf möglichst gut „erwischt“.

Der warme September und die milde erste Oktoberhälfte haben die Ei- und Larvenentwicklung des Erdflohs beschleunigt – ähnlich wie im Herbst 2023. In früh befallenen Rapsbeständen nimmt der Larvenschlupf bereits zu. Bei späterem Hauptzuflug ist ansteigender Larvenschlupf dagegen erst ab Ende Oktober oder im November zu erwarten.

Jetzt kommt es darauf an, den Larvenbefall schlagspezifisch einzuschätzen. Mit einer gezielten Larvenbehandlung sollen möglichst viele der nach und nach schlüpfenden Larven erfasst werden. Entscheidend ist, wann der Hauptzuflug in den Gelbschalen stattfand. Zur Orientierung:

 Rapserdfloh: Larvenentwicklung - Bedingungen (bei Ende August gesätem Raps)

  • Anfang September: ansteigender Larvenschlupf bereits jetzt.
  • Mitte September: ansteigender Larvenschlupf voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November.
  • Ab dem 20. September: ansteigender Larvenschlupf entsprechend später.

 

Entsprechend sollte mit der Kontrolle der Blattstiele begonnen werden – auch in bereits behandelten Beständen und bei geringen Gelbschalenfängen: Einbohrlöcher, Verbräunungen und erste Vernarbungen zeugen von Larvenaktivität. Kritisch wird es ab drei Blattstielen mit Larvensymptomen pro Pflanze in schwachen Beständen bzw. ab fünf bei kräftigem Raps. Eine Lupe oder die Smartphone-Kamera (ggf. mit Makro-Aufsatz) helfen dabei. Werden noch keine oder nur vereinzelte Symptome gefunden, die Kontrollen bis in den November hinein wöchentlich wiederholen.

Bei dem häufig beobachteten Zuflug in mehreren Wellen zieht sich auch der Larvenschlupf länger hin. Ein larvenfreier Bestand ist nicht das Ziel, sondern die Begrenzung des Larvendrucks und damit des wirtschaftlichen Schadens.

Wo Pyrethroide noch ausreichend wirken, können sie auch gegen die Larven eingesetzt werden. Bei Starkbefall oder Pyrethroid-Resistenz stehen Minecto Gold oder Exirel im Rahmen ihrer Notfallzulassungen zur Verfügung. Den „Tatort“ der Larven – die Blattstiele – zu benetzen ist bei dichten Beständen allerdings schwierig.

 

 

Schwarzer Kohltriebrüssler duldet keinen Aufschub!

Erfolgte erstmals letzte Woche kritischer Zuflug des Schwarzen Kohltriebrüsslers in den Gelbschalen (5-10 Rüssler/Gelbschale innerhalb weniger Tage), und es wurde noch nicht behandelt:

Pyrethroid so schnell wie möglich einsetzen, um die Eiablage zu verhindern. Sind gleichzeitig bereits Erdflohlarven in den Blattstielen, können diese miterfasst werden, sofern die Pyrethroide noch ausreichend wirken. Bei gleichzeitig starkem Erdflohlarvenbefall, insbesondere bei bekannter Pyrethroid-Resistenz, kann eine Kombination mit Minecto Gold oder Exirel infrage kommen, sofern der Larvenschlupf bereits ausreichend fortgeschritten ist. Sind noch keine eindeutigen Larvensymptome zu finden: Den Schwarzen Kohltriebrüssler mit einem Pyrethroid behandeln, anschließend die Blattstiele weiter auf Erdflohlarven kontrollieren und bei ansteigendem Larvenschlupf und entsprechendem Befall gezielt mit Minecto Gold oder Exirel behandeln.

 

Wachstumsregler und Phoma

Raps steht nach den überdurchschnittlich warmen Wochen und den jüngsten Niederschlägen üppig und wüchsig: Entscheiden, ob eine Nachkürzung notwendig ist. Einige Pflanzen aufschneiden, um die Stängellänge zu prüfen. Von der Bestandeshöhe und der Blattmasse her kann man nicht auf die Sprosslänge schließen. Phoma-Blattflecken bleiben diesen Herbst deutschlandweit gesehen von untergeordneter Bedeutung.

 

Quelle: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

 

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