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Aktuelle Schädlingsprognose, Wachstumsregler-Einsatz und Phoma (KW 44)

 

Rapserdfloh

 
Ähnlich wie im Herbst 2023 waren die Temperaturen seit September für die Eiablage und Entwicklung des Rapserdflohs besonders günstig. Eier und Larven entwickeln sich zügig. Unter solchen warmen Bedingungen können auch vergleichsweise wenige Käfer einen kritischen Larvenbefall verursachen – anders als in einem kühleren Herbst wie z.B. 2024. Bei milder Witterung steigt das Risiko für Ertragsverluste, wenn ein Großteil der Larven im Herbst schlüpft.

 

Deshalb jetzt auf allen Rapsschlägen die Blattstiele auf Einbohrlöcher, Verbräunungen und Vernarbungen kontrollieren – auch bei geringen Gelbschalenfängen, ohne Gelbschalenüberwachung und nach bereits erfolgten Insektizidmaßnahmen. Diese Symptome weisen auf Rapserdflohlarven hin und lassen sich aktuell gut zur Einschätzung des Befalls nutzen. Als Orientierung gelten drei Befallssymptome bzw. Larven pro Pflanze in schwachen Beständen und fünf in kräftigem Raps. An mehreren Stellen im Schlag kontrollieren.

 

 
Entscheidend für den Behandlungstermin ist der ansteigende Larvenschlupf. An vielen Standorten nimmt der Larvenschlupf aus der Zuflugwelle 10.-15. September nun deutlich zu. Gleichzeitig beginnt der Schlupf der Larven aus einer zweiten, späteren Zuflugwelle Ende September. Damit zeichnet sich vielerorts für Anfang November ein günstiges Behandlungsfenster ab, um Larven beider Zuflugwellen zu erfassen.

Entscheidend bleibt die Entwicklung auf dem eigenen Schlag: Wo bereits viele Larven weit entwickelt sind, sollte nicht zu lange gewartet werden. Wo der Larvenschlupf erst beginnt (erst wenige Larvensymptome zu finden), kann es sinnvoll sein, die Behandlung noch hinauszuschieben. Die Blattstielkontrolle bis Mitte November fortsetzen, bei milder Witterung auch länger.

 
Da Rapserdflöhe über einen langen Zeitraum Eier ablegen, zieht sich auch der Larvenschlupf hin – in milden Wintern bis ins Frühjahr. Ziel ist deshalb nicht, sämtliche Larven zu beseitigen, sondern den Befall rechtzeitig zu begrenzen.

Bei noch ausreichender Pyrethroidwirkung begünstigen anhaltend kühle Temperaturen eine längere Dauerwirkung. Wo Pyrethroide bereits deutlich an Wirkung verloren haben, stehen mit Minecto Gold (+ Hasten) und Exirel im Rahmen ihrer Notfallzulassungen Mittel mit einem anderen Wirkmechanismus zur Verfügung. Das teilsystemische Cyantraniliprole wirkt auch gegen Larven innerhalb der Blattstiele. Wichtig ist eine gute Benetzung der Blattstiele – gerade in üppigen Beständen eine Herausforderung.

 

Wachstumsregler und Phoma

Die Wachstumsreglermaßnahmen sind vielerorts abgeschlossen. Bei weiterhin wüchsigem Raps prüfen, ob sich der Vegetationskegel streckt. Dazu einige Pflanzen aufschneiden – üppige Blattmasse allein sagt wenig über die Sprosslänge aus.

 

Phoma-Blattflecken spielen in diesem Herbst wiederum eine untergeordnete Rolle. Der August war deutschlandweit zu trocken, und auch im September fiel verbreitet weniger Regen als üblich – besonders ausgeprägt im Südwesten Deutschlands. Nur im Norden war es regional deutlich nasser. Damit waren die witterungsbedingten Voraussetzungen für einen frühen, stärkeren Phomabefall vielerorts ungünstig. Nach den Niederschlägen im Oktober sollten die Bestände dennoch weiter kontrolliert werden.

 

 

Dies ist der letzte Text für dieses Jahr. Danke für das Interesse! Der Service wird 2026 für die Frühjahrsschädlinge fortgeführt.

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

 

 

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