Kohlhernie

Beschreibung

Kohlhernie (Klumpfußkrankheit) am Winterraps wird durch den bodenbürtigen Pilz Plasmodiophora brassicae hervorgerufen.

Plasmodiophora liegt im Boden in Form von winzigen Dauersporen vor, die in Anwesenheit von ausreichend Bodenwasser und frischen Wurzeln auskeimen. Dabei werden Zoosporen freigesetzt, die zunächst die Wurzelhaare befallen und nach einer Zwischenvermehrung die Wurzelrinde infizieren. Bei genetisch anfälligen Pflanzen kann der Erreger sich in der Wurzelrinde etablieren und es kommt in den Wurzeln des Winterrapses zu den typischen Wucherungssymptomen, die der Krankheit ihren Namen gegeben haben. In den Wurzelwucherungen vermehrt sich der Erreger stark und bildet zum Abschluss seines Lebenszyklus Dauersporen, die durch den natürlichen Zerfall des Wurzelgewebes freigesetzt werden.Die Krankheit tritt nur an Kreuzblütlern (Raps, Senf, Ölrettich etc.) auf zu der auch viele Wildkräuter z.B. Ackerhellerkraut, Rauke, Hirtentäschelkraut gehören.

Schadbilder

 Kohlhernie, Wurzeltumore
 Wurzelsymptome - Längsschnitt

Schadschwelle

Flächen, auf denen Kohlhernie bereits aufgetreten ist, sind für lange Jahre verseucht. Die Dauersporen von Plasmodiophora brassicae überdauern auch ohne Wirtspflanze 20 Jahre und länger im Boden.


Bekämpfung

Sortenwahl – auf Kohlhernie verseuchten Standorten können die Hybridsorten CROCODILE und CROME angebaut werden. Die Winterrapssorten CROCODILE und CROME sind gegen bestimmte Kohlhernie-Rassen resistent und bieten einen wirksamen Schutz.

Aufschlagraps vernichten – Aufschlagraps sollte in keinem Fall länger als 4 Wochen stehen bleiben, da dieser Zeitraum für den Kohlhernie-Erreger ausreichend ist einen neuen Vermehrungszyklus zu schließen und massenhaft neue Dauersporen zu bilden. Bleibt der Ausfallraps länger stehen ist dies gleichbedeutend mit einem Raps nach Raps Anbau. Es erfolgen somit zwei Vermehrungszyklen innerhalb eines Jahres!

Anhebung des Boden-pH-Werts – Durch Kalkgaben (z.B. Kalkstickstoff), die den pH-Wert erhöhen, kann der Befall reduziert werden, da die Dauersporen am Keimen gehindert werden. Ab einem pH-Wert von 6,5 ist der Pilz eingeschränkt und ab einem pH-Wert von 7,2 ist der Pilz nicht mehr aktiv. Drainage – Hierdurch wird die Wahrscheinlichkeit von Staunässe verringert und dem Erreger gewissermaßen das Wasser entzogen.

Fruchtfolge – In einer Rapsfruchtfolge sollten keine kreuzblütigen Zwischenfrüchte aufgenommen werden. Auf Flächen, auf denen Kohlhernie aufgetreten ist, sollte mindestens für 5 Jahre keine anfällige Wirtspflanze angebaut werden. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass viele kreuzblütige Zwischenfrüchte (Senf, Ölrettich, Futterraps etc.) sowie Unkräuter den Erreger vermehren und daher auf diesen Flächen bekämpft werden sollten. Günstige Fruchtfolgeglieder sind Kartoffel, Zuckerrüben, Deutsches Weidelgras und Sommergetreide.

Vermeidung der Verbreitung durch Hygiene – Kohlhernie wird im Wesentlichen durch verseuchten Boden und befallenem Pflanzenmaterial verbreitet. Um die Ausbreitung des Erregers v.a. auch innerhalb des Betriebs zu vermeiden, sollten sämtliche Arbeitsgeräte, die mit verseuchtem Boden oder Pflanzen in Kontakt waren, noch auf dem betroffenen Schlag gereinigt werden. Befallene Herbst- oder Steckrüben sollten nicht verfüttert werden, da der Erreger die Darmpassage überlebt. Befallenes Pflanzenmaterial sollte nicht auf den Kompost- oder Misthaufen geworfen werden.

Spätere Saattermine – Da Kohlhernie sein Optimum bei einer Temperatur von 20 - 25°C hat, können spätere Saattermine vorteilhaft sein. Zu späteren Saatterminen bieten Hybridsorten durch ihre Wüchsigkeit und Robustheit hohe Vorteile.

Kohlhernie freie Flächen – Um die rassenspezifische Resistenz möglichst lange zu erhalten, wird empfohlen nur auf Kohlhernie verseuchten Flächen die Spezialsorten anzubauen.

Flächen auf denen ein Befall mit Kohlhernie unbekannt ist - Um Flächen auf eine Verseuchung mit Kohlhernie zu überprüfen gibt es die Möglichkeit einen Biotest zum Nachweis von Kohlhernie im Winterraps durchzuführen. Die Anleitung finden Sie unten unter Downloads. Der Test benötigt 6 bis 8 Wochen Zeit, der geeignete Zeitraum für die Durchführung ist Mai bis Juli.

Bestände, die mit Kohlhernie infiziert sind - Nicht immer ist mit einem Kohlherniebefall zwangsläufig ein Umbruch des Winterrapsbestandes erforderlich. Je nach Stärke des Befalls, ob nur die Neben- oder auch die Hauptwurzeln betroffen sind, kann je nach Standort bei einer guten Nährstoffversorgung und einer guten Wasserversorgung auch ein infizierter Bestand noch mittlere bis gute Erträge machen.


Bemerkungen

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Link zum Biotest bei Kohlhernie.



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