Rapserdfloh

Beschreibung

Durch den Wegfall der insektiziden Rapsbeizung gilt dem Rapserdfloh erhöhte Aufmerksamkeit, um möglichen Schäden vorzubeugen.

Video:  Den Rapserdfloh im Griff behalten

Biologie:

Der Käfer ist ca. 3 bis 4,5 mm groß mit glänzenden, blauschwarzen Flügeldecken. Es gibt aber auch braune Tiere. Auffällig sind seine starken Sprungbeine. Die bis zu 7 mm lange Larve ist schmutzigweiß, mit dunkelbraunem Kopf und drei Beinpaaren. Eiablage, Larvenschlupf und Larvenfraß können sich in warmen Wintern bis ins Frühjahr erstrecken. Die Larven verpuppen sich anschließend im Boden, und im Juni/Juli schlüpft eine neue Generation.  

Nach einem Reifungsfraß wechseln die jungen Rapserdflöhe meist in ein Sommerlager, z.B. in Wälder und Gebüsche, wo es kühler und feuchter ist. Von dort wandern sie bei Temperaturen von 16 bis 20 °C schubweise in Neuansaaten ein. Dies kann sich von der Rapsaussaat bis Ende Oktober hinziehen. Der Rapserdfloh bildet nur eine Generation pro Jahr. Der Befallsdruck des letzten Herbstes als erster Indikator für das mögliche Gefahrenpotenzial 2014 war gering, allerdings konnten durch den milden Winter in Einzelschlägen lokal auch im Frühjahr noch zahlreiche Larven beobachtet werden.

Schäden:
Der Käfer selbst verursacht Lochfraß an zarten Blättern. Schäden entstehen nur bei starkem Fraß in der Jugendphase. Etwas Lochfraß an größeren Pflanzen ist hingegen harmlos. Größer ist der Schaden durch Fraßtätigkeit der Larven in den Blattstielen, im Herzen und in den Stängeln der Jungpflanzen. Sie bilden Eintrittspforten für Krankheiten und verringern die Winterhärte. Totalverluste sind möglich, aber bei uns bisher selten.

Zeitpunkt der Befallsermittlung:
Larvenkontrolle im Spätherbst/Winter.Schadschwelle: mehr als 3 Larven je Pflanze in schwachen und mehr als 5 Larven je Pflanze in kräftigen Beständen. Sollte bei Bestandskontrollen z.B. im Randbereich zu Wäldern ein Larvenbefall festgestellt werden, so können selbst die jungen Larven mit einer Pyrethoidmaßnahme noch ausreichend erfasst werden. In der Praxis sind daher, sofern kein akuter Starkbefall vorliegt, späte Behandlungstermine Mitte/Ende Oktober oder noch später zu bevorzugen, da zu diesem Termin alle Erdflöhe zugeflogen sind und ggf. erste vorhandene Larven noch mit erfasst werden.

Schadbilder

 Rapserdfloglarve in Rapsstängel
 Beschädigte Jungpflanzen

Schadschwelle

  • Ab 10% Blattfraßschaden bis BBCH 14
  • Mindestens 50 Käfer/Gelbschale mit Gitterabdeckung in 3 Wochen
  • Normale/kräftige Bestände: > 5 Larven/Pflanze
  • Gestresste/schwache Bestände: > 3 Larven/Pflanze

Schädling

 Rapserdfloh
 Rapserdflöhe auf Rapsblättern
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Bekämpfung

Bekämpfungsmöglichkeiten und Bekämpfungstermine: Sind bei der Rapsernte oder in den alten Rapsstoppeln Erdflöhe zu finden, so kann jede mechanische Stoppelbearbeitung die Erdflohpopulation zumindest dezimieren und so einen ersten Beitrag zur Ackerhygiene leisten. Denn die Käfer verstecken sich in der Spreu oder unter Erdkluten.

Aktuelle Versuchsergebnisse belegen, dass frühe Saattermine auch stärker befallen werden. Daher gilt es, Frühsaaten zu vermeiden. Dies reduziert sowohl Anzahl befallener Pflanzen als auch die Larvenzahl/Pflanze. Auf der anderen Seite benötigt der Raps eine gute Vorwinterentwicklung. Daher stellt der langjährig normale/optimale Saattermin den sichersten Kompromiss dar. In dünnen Beständen konnten tendenziell mehr Erdflohlarven pro Pflanze gezählt werden, daher sollte die Saatstärke gerne mindestens 40 kf. Kö/m² betragen.