Vorsichtig optimistische Ertragserwartungen für den Raps

Launischer März bringt Regen und bremst Schädlingszuflug weitestgehend aus.

 

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Die ungewöhnlich warme zweite Februarhälfte sorgte bisher für einen außergewöhnlich frühen und teilweise sehr starken Schädlingszuflug in 2 Wellen. Verbreitet war es zumindest im Westen so warm, dass laut Expert Prognose bereits alle Stängel- und Triebrüssler und auch ein guter Teil der Rapsglanzkäfer zugeflogen sind. Auffällig sind insbesondere die stark schwankenden Gelbschalenfänge oft innerhalb kürzester Entfernungen. Hier spiegelt sich der oft zu spät bemerkte starke Schädlingszuflug im März 2018 wieder. Auf vielen Rapsschlägen kam es 2018 so nicht nur zu Ertragsverlusten, sondern auch zur starken Schädlingsvermehrung. Während der Rapsstängelrüssler im Boden der letztjährigen Rapsschläge überwintert und von dort aus zufliegt, suchen sich Kohltriebrüssler und Rapsglanzkäfer geschützte Winterquartiere z.B. in Hecken oder Waldrändern. Die Bekämpfungsrichtwerte wurden daher in einigen Gelbschalen in der Nähe zu stark befallenen Vorjahresflächen bzw. zu Winterlagern häufig und oft auch deutlich überschritten, während auf anderen Schlägen oder auf der anderen Seite des Schlags kaum Zuflug festzustellen war (siehe auch: Gelbschalen richtig aufstellen). Anders als im Vorjahr erfolgte der
Zuflugsituation Frühjahrsschädlinge (bsp.: Bielefeld) (Bild 2 von 3) ->
 Zuflugsituation Frühjahrsschädlinge (bsp.: Bielefeld) (Bild 2 von 3) ->
Erstbefall 2019 noch früher bereits ab Mitte Februar. Die Warndiensthinweise und Gelbschalenkontrolle ermöglichten aber ein gutes Erfassen der Situation und auch das Witterung bot bis Ende Februar nahezu ideale Behandlungsmöglichkeiten. Der weitere Frühjahrsverlauf wird zeigen, wie gut die, bei Bedarf, durchgeführten Behandlungen auch bei starkem Schädlingsdruck funktioniert haben.

Bringt der März genug Regen?

Pünktlich zum Märzbeginn sorgt der durchgreifende Wetterwechsel für Abkühlung und Niederschläge. Lediglich im Süden bestehen am 6. März noch einmal günstige Verhältnisse für Schädlingszuflug, Eiablage und bei Bedarf Behandlung (siehe Karte). Danach ist für ganz

Übersichtskarte Expert 05.03.2019 (Bild 3 von 3)
 Übersichtskarte Expert 05.03.2019 (Bild 3 von 3)
Deutschland mindestens bis Mitte März wechselhaftes Wetter vorhergesagt. Ungünstig für die Schädlinge, aber durchaus günstig für die Rapsbestände. Die zu erwartenden Niederschlagsmengen werden das Wasserdefizit nicht ausgleichen (zu viel Nässe ist allerdings auch nicht erwünscht), aber sorgen hoffentlich für eine deutliche Entspannung bei der Bodenfeuchte. Dies wäre für Wurzeltiefgang und Nährstoffverfügbarkeit enorm wichtig. Bei Temperaturen im einstelligen Bereich wird der Raps Wachstum und Nährstoffaufnahme langsam fortsetzen. Positiv insbesondere für die vielen unterentwickelten Bestände in den Trockenregionen, die vom bisherigen Witterungsverlauf meist gut profitiert haben.

Wie geht es weiter?

Spätestens bis Ende März sollte die Düngung abgeschlossen sein. Auch hier besteht je nach Herbstentwicklung, Düngebedarfsermittlung (Nmin-Gehalt, 3-jähriger Durchschnittsertrag, usw.), betrieblichem N-Saldo und bereits erfolgter Startgabe eine breite Spreizung der N-Mengen bei noch ausstehender 2. Teilgabe.

Je nach Witterungsverlauf werden die Bestände ab der zweiten Märzhälfte langsam ins Schossen übergehen. Wird es dann wieder wärmer, muss die Schädlingskontrolle fortgesetzt werden. Bei Behandlungsbedarf kann in üppigen Beständen, wüchsiger Witterung und guter Bodenfeuchte ab ca. 10-15 cm Sprossstreckung eine moderate Wachstumsregulierung empfohlen werden. Auch für schwache Bestände bietet sich eine Wachstumsregulierung mit einem milden Fungizid während der Streckungsphase an, um den Bestand etwas kompakter zu machen. Maßnahmen mit Wachstumsreglern sollten bei trockenen Bodenverhältnissen, Nachtfrost, hohen Tag/Nacht Temperaturschwankungen und Phasen mit starker Sonneneinstrahlung vermieden werden! Die Mikronährsoffversorgung pflanzenschutzbegleitend absichern, in schwachen Beständen mit etwas zusätzlichem Bittersalz.

Nutzbare Feldkapazitäten 05.03.2019
 Nutzbare Feldkapazitäten 05.03.2019
Fazit: Anders als im Vorjahr sind die Startvoraussetzungen der meisten Rapsbestände trotz eines teils starken Schädlingsdrucks als gut zu bezeichnen. Schwache Bestände konnten sich oft noch positiv entwickeln. Die Bodenfeuchte erhält im März eine Auffüllung, der Bodenwasservorrat wird voraussichtlich aber weiterhin limitiert bleiben. Ohne große Wetterkapriolen wie im Vorjahr bestehen dennoch für viele Rapsbestände trotz aller Unwägbarkeiten vorsichtig optimistische Ertragserwartungen.     

05.03.2019 Dipl. Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         



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