Aktuelle Prognose zum Rapserdfloh (KW 38) und WR-Einsatz

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

Rapserdfloh - Neuzuflugbedingungen 17.09.2019
 Rapserdfloh - Neuzuflugbedingungen 17.09.2019
Wachstumsregler:

Früh gesäter Raps mit bereits 4 oder mehr Laubblättern sollte nun durch einen Wachstumsregler-Einsatz gebremst werden, was bei dem gemeldeten trockenen Wetter möglich sein wird.

Die Phoma-Wirkung des Produkts sollte bei Ihrer Wahl aktuell überhaupt keine Rolle spielen.

Beachten Sie für das neue Nachauflaufherbizid Belkar (dessen Wirkstoffe sind Wuchsstoffe) folgende Einschränkungen: Nicht freigegeben sind Mischungen mit Wachstumsreglern. Zudem ist ein Abstand zwischen Maßnahmen mit Wachstumsreglern und Belkar von einer Woche einzuhalten, und es verbietet sich eine Anwendung von Metconazol-haltigen Wachstumsreglern (wie Carax oder Caramba) im Herbst.

Rapserdfloh:

Am kommenden Wochenende sollen die Temperaturen verbreitet auf über 20-25 °C ansteigen bei viel Sonnenschein, dann könnten Sie wieder neue Rapserdflöhe in Ihren aufgestellten Gelbschalen zählen. Gefährdet sind vor allem Schläge, die in der Nähe von Altrapsbeständen stehen.

Bereits jetzt ein Insektizideinsatz ist nur sinnvoll, wenn mehr als 10% der Blattfläche zerstört ist, was auf wenigen Schlägen der Fall sein dürfte (z.B. in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern), in denen oder rundum auch eine hohe Anzahl zugeflogener Rapserdflöhe gezählt wurde (100-250 Erdflöhe pro Gelbschale wurden ganz vereinzelt gemeldet).

Ansonsten kann in Ruhe die weitere Entwicklung abgewartet werden.

Falls sich im Oktober am Larvenbefall zeigen sollte, dass die Bedingungen für Eiablage und Larvenentwicklung günstig waren, kann bei dann kühleren Temperaturen und längerer Wirkungsdauer der Pyrethroide gezielt gegen die Larven vorgegangen werden, denn sie verursachen den Hauptschaden.