Rapsbestände im Blick behalten!

Rübsenblattwespe in diesem Jahr häufiger zu beobachten.

Rübsenblattwespe - Raupe
 Rübsenblattwespe - Raupe
Zwar ist der Schädlingsdruck bisher allgemein sehr gering (siehe Rapserdfloh-Monitoring), aber der warme, trockene Sommer war für die Vermehrung der Rübsenblattwespe vielerorts offenbar günstig.

Nach Einflug in die auflaufenden Bestände legen die Weibchen bis zu 300 Eier auf den Blättern im Bestand ab. Nach 4-12 Tagen beginnen Larvenschlupf und -fraß. Die tägliche Nahrungsaufnahme nimmt in kürzester Zeit beachtlich zu, so dass die Raupen täglich bis zum Doppelten ihres Anfangskörpergewichts vertilgen können. Dann weisen die Blätter schnell Rand-, Fenster- und Lochfraß bis hin zum Skelettierfraß auf. Abgesehen vom Blattfraß der Raupen entstehen keine bleibenden Schäden. Die Rübsenblattwespe ist daher nur bei Massenauftreten gefährlich.

Rübsenblattwespe
 Rübsenblattwespe
Die Rapsbeizung mit LUMIPOSA besitzt eine gute Nebenwirkung gegen die Raupen. Eine gezielte Bekämpfung mit zugelassenen Pyrethroiden ist erst anzuraten, wenn auf jungen Pflanzen 1-2 Raupen zu finden sind. Einzelne Teile der Rapsschläge können je nach Zuflugrichtung früher und stärker betroffen sein.

Häufig wird der Blattfraß der Rübsenblattwespe fälschlich den Schnecken zugeschrieben. Vor diesem Hintergrund lohnt der Blick in die Gelbschale und die genauere Betrachtung der einzelnen Rapspflanzen, um Blattober- und Unterseiten nach den unverwechselbaren, raupenähnlichen Larven abzusuchen.

17.09.2019 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH