Aktuelle Prognose zu Rapsschädlingen (KW 8)

Text: Thomas Volk und Julia-Sophie von Richthofen, proPlant GmbH, Münster (20.02.2020)

Falls Sie es nicht schon gemacht haben: Stellen Sie die Gelbschalen in Ihren Rapsschlägen (wieder) auf. Denn die Stängelrüssler fliegen an den ersten günstigen Tagen häufig in größerer Zahl zu. Und diese Zuflugtage sollten Sie nicht verpassen. Sie können sonst den schlagspezifischen Befall nicht vernünftig einschätzen. Denn die Zuflugzahlen schwanken stark von Schlag zu Schlag, besonders bei dieser unbeständigen Wetterlage mit viel Wind. Gerade in der Nordhälfte Deutschlands wird es auch in den nächsten Tagen trotz milder Temperaturen häufig zu windig für Zuflug sein. Behalten Sie die Lage trotzdem im Blick, besonders die geschützte Lagen, und kontrollieren Sie die Gelbschalen regelmäßig.

RAPOOL-Gelbschale
 RAPOOL-Gelbschale

Bereits am letzten Wochenende (15./16.2.) sind in einigen Regionen des Südwestens Deutschlands die ersten Stängelrüssler in den Gelbschalen gefangen worden. Lokal waren die Bedingungen für den Zuflug optimal. Wurden bereits viele Große Rapsstängelrüssler gefangen und ist die Schwelle überschritten, muss damit gerechnet werden, dass diese Käfer die Eiablagereife erreichen. Sobald die Temperaturen also wieder 2-stellig werden, sich der Wind legt und Befahrbarkeit gegeben ist, sollte umgehend eine Behandlung dieses Rüsslers erfolgen.

Haben Sie bisher nur vereinzelte Rapsstängelrüssler gefangen oder geht es „nur“ um den Kohltriebrüssler, dann beobachten Sie den weiteren Zuflug mit Gelbschalen. Samstag (22.2.) und Montag (24.2.) kann nach derzeitigem Stand im Südwesten und Südosten (Niederbayern) mit weiterem Zuflug gerechnet werden. Der Kohltriebrüssler braucht etwas länger bis zur Eiablage. Aber nach Schwellenüberschreitungen sollten Sie auch bei diesem Käfer nicht zu spät kommen.