Praxistipps zur Spätsaat: Bis wann kann Raps gesät werden und was ist zu beachten?

Eine Spätsaat von Raps erfolgt in der Regel nicht freiwillig, sondern ist immer speziellen Umständen geschuldet. In der Regel gilt bei der Rapsaussaat Saatbett vor Saatzeit. Das bedeutet: Ein gutes (z.B. feuchteres) Saatbett im September ist einem schlechterem im August vorzuziehen.

 
Bis wann kann Raps gesät werden?

  • Bei hohen Bodentemperaturen sind – abgesehen von Höhenlagen - Saattermine bis zum 5. September noch normal. Erst danach beginnt der Spätsaatbereich, der sich in Gunstlagen (z.B. Rheinland) auch bis zum 20.09. erstrecken kann. In Versuchen waren selbst noch spätere Saattermine noch erfolgreich. Auch in der Praxis gibt es positive Erfahrungen mit trockenheitsbedingt späten Feldaufgängen Ende September.

Was ist bei späteren Saatterminen zu beachten?

  • Je später der Saattermin desto wichtiger ist eine gute Bodenvorbereitung mit einer optimalen Struktur zur schnellen Keimung und Jugendentwicklung.
  • Die Saatstärke sollte ab dem 5. September bei günstigen Auflaufbedingungen um 5 Körner/m² und bei schwierigen Auflaufbedingungen um 10 Körner/m² erhöht werden. Die LUMIPOSA Beizausstattung bietet zusätzlichen insektiziden Schutz insbesondere gegen die Kleine Kohlfliege, eine frühe Nebenwirkung ist auch gegen Kohl- und Erdflöhe zu beobachten. Ebenso eine Wachstumsunterstützung, auch durch die Wurzel Plus-Komponente.
  • Ein Herbizideinsatz in Stressphasen sollte möglichst nicht erfolgen, um Wachstumsstillstand zu vermeiden! Ausfallgetreide und Schädlinge (Gelbschalen aufstellen!) müssen aber aufmerksam beobachtet werden, die Toleranzgrenze liegt hier niedriger. Oftmals ist aber der Krankheits- und Schädlingsdruck bei späten Saatterminen deutlich geringer.
  • Eine zusätzliche pauschale N-Düngung im Herbst ist nicht notwendig, sofern aus dem Boden noch 30 – 50 kg N verfügbar sind. Höhere Aufnahmen sind aufgrund der kürzeren Wachstumszeit nicht zu erwarten. Dennoch können in ungünstigen Situationen unterstützende Nährstoffapplikationen (Mikronährstoffe, Bittersalz) das Wachstum fördern.
  • LUDGER, HEINER, VIOLIN und CROOZER sind besonders spätsaatverträgliche Sorten. Eigene Versuche zeigen, dass Spätsaaten regional 2019 & 2020 nach eher trockenen Aussaatbedingungen gut abgeschnitten haben, allerdings muss dabei der jeweilige Saatzeitpunkt beachtet werden (siehe Deutschlandkarte).  

RAPOOL 2020, Kornerträge aus eigenen Saatzeit- und Intensitätsversuchen, -20 % Parzellenertrag, Ø zweier N-Intensitäten (120 kg/ha N & 170 kg/ha N), n = 14 bis 16 Prüfglieder
 RAPOOL 2020, Kornerträge aus eigenen Saatzeit- und Intensitätsversuchen, -20 % Parzellenertrag, Ø zweier N-Intensitäten (120 kg/ha N & 170 kg/ha N), n = 14 bis 16 Prüfglieder
Grundsätzlich gilt:

  • An den Feldrändern kann es sinnvoll sein, die Saatstärke auf einer Drillmaschinenbreite um 10 – 15 Körner/m² zu erhöhen, um einen Pufferstreifen gegen einwandernde Unkräuter und Schädlinge zu schaffen (Quelle: N.U. Agrar, Info 16/2020).
  • Ab Mitte September ist mit dem Hauptzuflug der Rapserdflöhe zu rechnen, Warndienste (RAPOOL/proPlant) und eigene Gelbschalen auf dem Schlag sind dringend empfehlenswert. Kontrollen sind bis zur Vegetationsruhe (erste Frosttage) durchzuführen, da auch ein Rapserdfloh-Spätbefall möglich ist.


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Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2020

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