Aktuelle Prognose zum Rapserdfloh (KW 37)

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

Die Entwicklung der Rapsbestände geht je nach Saattermin, Bodenbearbeitung und Trockenheit wie jedes Jahr um diese Zeit weit auseinander. Wüchsige Frühsaaten entwickeln derzeit 4 oder mehr Laubblätter. 

Wo die Aussaat durch Niederschläge unterbrochen wurde, sind Flächen gerade erst gesät worden und werden dies aktuell. Auch auf den Spätsaatflächen Gelbschalen aufstellen. Gefährdet sind vor allem Schläge, die in der Nähe von Altrapsbeständen stehen. Auch auf der Schlagseite, die an Hecken oder an Waldrand grenzt, sollte eine Gelbschale stehen (Sommerlager der Rapserdflöhe)

Kontrollieren Sie regelmäßig – am besten 2x wöchentlich – die Gelbschalen auf den Zuflug des Rapserdflohs und die jungen Rapspflanzen auf Fraßschäden. Der Zuflug in die aufgelaufenen Bestände hat begonnen. Erste Fraßschäden konnten beobachtet werden. Bis auf die küstennahen Standorte sind die Zuflugbedingungen für den Erdfloh bis zum Wochenende mehrtägig optimal. Aber auch an den Küsten werden sich mit dem ab dem Wochenende angekündigten Spätsommer gute Zuflugbedingungen einstellen.

Rapserdfloh Neuzuflugbedingungen DE
 Rapserdfloh Neuzuflugbedingungen DE

Bei warmem Wetter wirken die Pyrethroide nur sehr kurz. Selbst wenn in diesen Tagen 50 oder mehr Rapserdflöhe pro Gelbschale gezählt werden, ist – sofern der Fraßschaden unter 10% zerstörte Blattfläche bleibt – von einem Insektizideinsatz abzuraten: Im Süden sind die Temperaturen zu hoch. Die ab Montag angekündigte Rückkehr des Hochsommers auch im Norden wird zusammen mit der vorhandenen Resistenz keinen ausreichenden Bekämpfungserfolg ermöglichen. Der Käfer befindet sich in der Zuflugphase. Neuzuflug wird nicht getroffen. Also erst einmal den weiteren Zuflug und die Warmwetterphase abwarten.

In sehr wüchsigen und gleichmäßigen Rapsbeständen, die in dieser Woche 4 oder mehr Blättern entwickeln, steht die Entscheidung zum Einsatz von Wachstumsreglern an. Bis Mitte nächster Woche ist – wenn überhaupt – nur sehr wenig Niederschlag gemeldet. Und auch hohe Temperaturen sprechen für niedrige Aufwandmengen. Beachten Sie die Beschränkungen beim Einsatz des Herbizids Belkar: Keine Mischung mit den Fungizden Folicur, Toprex oder Tilmor. Kein Einsatz von Metconazol-haltigen Wachstumsreglern (Carax, Caramba, Efilor) im Herbst.

Das Phoma-Risiko ist nach wie vor gering bis auf Gebiete ganz im Norden (Nordseeküste Niedersachsens, nördliches Schleswig-Holstein, nordöstliches Mecklenburg-Vorpommern) und im Süden Bayerns.

 

 



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Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2020

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