Rapsernte 2019 – den optimalen Druschtermin finden

Hitze und Trockenheit sorgen 2019 für einen frühen Beginn der Rapsernte.

 
Der optimale Erntetermin hängt jedoch nicht nur von der Sorte, sondern ebenso stark von den Anbaubedingungen, dem Krankheits- und Schädlingsbefall und natürlich der Witterung ab. Beginnt die Ernte zu früh, werden Ertragsverluste durch mangelnde Druschfähigkeiten riskiert. Wird der optimale Abreifezeitpunkt verpasst, können steigende Vorernteverluste oder extreme Wetterbedingungen den Ertrag mindern.

Sortentypische Druscheigenschaften

Vergleicht man verschiedene Rapssorten unter gleichen Umweltbedingungen, so zeigen sich sortentypische Unterschiede nicht nur im Ertrag, sondern eben auch in den Druscheigenschaften. Seit mehreren Jahren laufen bei RAPOOL Mähdrusch-Versuche, um solche Sortencharakteristika genauer zu erfassen. Kernstück der Versuche ist die Messung des Druschkraftbedarfs direkt auf der Antriebswelle (Foto). Neben Kraftbedarf und Ertrag werden auch Kornfeuchte sowie Feuchte des ausgedroschenen Strohs erfasst. Es hat sich hierbei in den Versuchen gezeigt, dass optische Beurteilung der Stoppelfärbung und gemessene Strohfeuchte zwar oft, aber nicht grundsätzlich übereinstimmen. So können auch optisch grüne Stängel bereits relativ trocken sein und sich gut dreschen lassen; bestes Beispiel BENDER. Gleichzeitig gibt es Typen, die im Stängel optisch braun sind, aber dennoch eine hohe Restfeuchte aufweisen. Als Ergebnis können neue Sorten wie z.B. VIOLIN oder SMARAGD

Messung des Druschkraftbedarfs direkt auf der Antriebswelle
 Messung des Druschkraftbedarfs direkt auf der Antriebswelle
bereits frühzeitig besser in ihren Reife- und Druscheigenschaften beschrieben und in Relation zu den bekannten Sorten besser eingeordnet werden.

Umweltbeeinflusste Druschfaktoren

Durch die anhaltende Trockenheit, hohe Strahlungsintensität und die Hitzetage mit über 30 °C in den vergangenen Wochen zeigt sich das obere Schotendach schon sehr weit abgereift. Optisch vermittelt dieses oft einen falschen Reifeeindruck. Vor allem der Schotenansatz an den Seitentrieben wird in diesem Jahr ertragsrelevant sein und bestimmt rund 2/3 des Ertrags – auch wenn einige Schoten im oberen Bereich schon ausfallen können. Der Erntetermin sollte an die Reife der unteren Schoten ausgerichtet werden, die weniger exponiert zur Sonne sind. Es gilt also Geduld zu bewahren, bevor die Ernte eingefahren werden kann!

Insbesondere in Stresslagen mit z.B. starken Rapsglanzkäfer-Fraßschäden oder stärker ausgeprägter Knospenwelke weisen viele Bestände nur geringen Schotenansatz an den Haupttrieben auf. Hier müssen die Seitentriebe zweiter und dritter Ordnung den noch möglichen Ertrag bringen. Die Seitentriebe haben zeitlich verzögert geblüht und entsprechend später Schoten angesetzt. Dies zeigt sich jetzt in einer späteren, inhomogeneren Abreife. Ein Grund mehr, warum die Reifebestimmung in diesem Jahr insbesondere an den spätgebildeten Seitentrieben erfolgen sollte.

Die jeweilige Schotenreife kann in diesem Jahr sehr unterschiedlich sein.
 Die jeweilige Schotenreife kann in diesem Jahr sehr unterschiedlich sein.
Generell gilt: Geduld bei der Rapsernte!

08.07.2019  Nadine Wellmann, Sebastian Hötte, Rainer Kahl; RAPOOL-RING GmbH



Ihre Meinung ist uns wichtig!

Machen Sie jetzt mit bei unserem aktuellen Erntemonitoring..
Unter den Teilnehmern verlosen wir mehrere Einheiten Rapssaatgut, RAPOOL-Einkaufskörbe mit Kühlfunktion und vieles mehr…

Teilnahmeschluss: 31. August 2019

Ja, ich möchte teilnehmen