Hinweise zur Blütenbehandlung

Das gute Aprilwetter hat den Entwicklungsrückstand der Kulturen fast wieder aufgeholt. Im Süden, Westen und Osten hat bei kräftigen Beständen die Rapsblüte begonnen und erreicht mit dem Ende der Wärmewelle evtl. bereits den Behandlungstermin.

 
Höhenlagen, gestresste Bestände (Nässe/Staunässe usw. sowie der Norden/Nordosten weisen heterogene, teils noch recht kleine Bestände auf. Die Blüte wird aber selbst hier demnächst einsetzen.

Und pünktlich kommt der Umschwung vom Aprilsommer zu einer kühleren, wechselhaften Witterung. Ein Blick auf die Deutschlandkarte verrät, dass die Bodenfeuchte überall gute bis sehr gute Wachstumsvoraussetzungen bietet. Noch nicht zu trocken, nicht mehr zu nass. In Kombination mit der bisherigen Wärme und dann während der Blüte eintretenden Niederschlägen deuten sich mittlere bis gute Infektionsbedingungen für Sclerotinia an. Zwar sollen die Temperaturen in den kommenden 14 Tagen eher bei 12 bis 20°C liegen. Das reicht aber für die Keimung und Entwicklung der Apothezien locker aus. Die Infektion benötigt hohe Luftfeuchte und Blattnässe von 16 bis 24 Stunden bei Temperaturen von optimal ca. 20 °C. Also: Feuchtigkeit günstig für Infektion, Temperaturvorhersage etwas zu kühl.

Bei ausreichender Feuchte sollten zur Blütenbehandlung Produkte mit ausreichend starker fungizider Leistung und ausreichend hoher Dosierung gewählt werden. Sie besitzen auch die längere Dauerwirkung. Günstigere Produkte bieten sich bei eher trockenem Blühverlauf an. Der optimale Behandlungstermin ist erreicht, wenn die ersten Blütenblätter bereits abfallen (50 % der Blüten des Haupttriebes sind geöffnet). Also nicht zu früh behandeln. Die Rapsblüte zieht sich über mindestens 4 Wochen. (Zu) frühe Behandlungen decken hinten ´raus nicht mehr alles ab.

 
Insektizidmaßnahmen in der Blüte sollten grundsätzlich nur bei Bedarf erfolgen. Auch für B4-Insektizide gilt die Empfehlung NN410 - Anwendungen sollten zum Schutz von Wildbienen in den Abendstunden erfolgen. Auch weitere Nützlinge wie z.B. Schlupfwespen werden so besser geschont. Achtung: Die Tankmischung Biscaya + Mirage 45 EC ist aufgrund neuer Erkenntnisse als bienengefährlich einzustufen und sollte deshalb nicht in die Rapsblüte gespritzt werden.

Der Einsatz von Dropleg - Düsen bringt den Wirkstoff gezielt unter das Blütenband hin zu den Verzweigungen, wo in der Regel die Infektionen durch abgefallene Blütenblätter + Nässe sehr günstig sind. Im gleichen Schritt wird die Abdrift deutlich vermindert, Bienen besser geschont und mögliche Rückstände im Honig reduziert. Leider sind Dropleg – Düsen in der Praxis noch kaum vorhanden.

Weitere umfangreiche Informationen zur Blütenbehandlung und zum Bienenschutz finden Sie z.B. beim amtlichen Pflanzenschutzdienst in Hessen:

http://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/ackerbau/ratgeber-pflanzenschutz/winterraps/fruehjahr/bluetenbehandlung/

Bienengefährlichkeit bei Mischungen von Insektiziden mit Fungiziden zur Blüte

20.04.2018 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, Rapool-Ring GmbH



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