Sorgfältige Rapsaussaat 2018 - Mehr Poren und Volumen für mehr Wurzeln und Ertrag

In vielen Regionen Deutschlands wird aufgrund der Jahreswitterung mit einer sehr frühen Ernte gerechnet.

 
So hat in einigen Bundesländern und auf schwachen Standorten die Wintergerstenernte bereits vor einigen Tagen begonnen oder die Bestände wurden bereits als GPS-Getreide abgeerntet.

Ausreichend lange Zeiträume von der Getreideernte bis zur Rapsaussaat (mind. 5 Wochen) bieten ideale Möglichkeiten für eine optimale Bodenbearbeitung und Aussaat. Bei trockenen Witterungsbedingungen lassen sich beispielsweise mögliche Störschichten und Fahrspuren beseitigen.

In Abhängigkeit der Witterungs- und Bodenverhältnisse können die möglichen Arbeitsschritte zur Rapsaussaat variiert und bestmöglich gestaltet werden:

  1. Vorfrucht (Wintergetreide): Auf gleichmäßige Wurzelentwicklung und Bestandsentwicklung prüfen - ist der Ertrag standortangemessen?
  2. Ernte: Gleichmäßige Strohverteilung, Häckselqualität (bis 5cm) und Stoppellänge (max. 15cm) beachten.
  3. Erster Arbeitsgang (Unmittelbar nach der Ernte): Strohstriegel oder ähnliche möglichst flache Bearbeitung zur Keimstimulation von Getreide und Unkrautsamen einsetzen (Bodenfeuchte nutzen).
  4. Zweiter Arbeitsgang (8 – 10 Tage): Flache Stoppelbearbeitung nachdem die Unkräuter und weiteres Auflaufgetreide angekeimt sind. Arbeitstiefe: 5-10 cm.
  5. Dritter Arbeitsgang: (weitere 8-10 Tage) Bearbeitung auf Zieltiefe von 15-30cm (Störschichten, feuchteabhängig, Durchmischung von Sulfonylharnstoff-Herbizidresten) => Raps benötigt 25-30 cm Wurzelraum ohne Störschichten!
  6. Nach der Abtrocknung direkt folgend: Scheinbestellung/Saatbettvorbereitung zur Erstellung einer feineren Krümelstruktur (Technik der Sekundärbearbeitung). Auflauf Unkräuter.
  7. Ca. 3 Wochen nach der Scheinbestellung: Ggf. Einsatz eines Totalherbizids (Durchwuchs, Unkräuter, Ungräser).
  8. Aussaat (ca. 2-3 Tage später) Schlitzsaat in keimfeuchten Boden mit geringer Bodenbewegung, möglichst angegraute Krume.
  9. Zügiger und gleichmäßiger Auflauf des Rapses (Schädlingskontrolle).

Erstellt Juni 2018: Aussaathinweise von PD Dr. Heiner Voßhenrich und D. Dölger, Hanse Agro. Strohstriegel, Scheinbestellung und 2. Stoppelbearbeitung sind situationsabhängig.