Nährstoffe konservieren – Raps im Herbst ein Nährstoffmagnet

Aufgrund der langen Trockenheit liegen die Erträge zur Ernte 2018 deutlich unter dem langjährigen Mittel und sind oft auch schlechter als bei der Düngung im Frühjahr geplant. Die Folge sind geringere Entzüge und schlechtere Nährstoffsalden, aber auch höhere Bodenvorräte.

 
Nach langer, langer Trockenheit (bis auf Süddeutschland) fiel am 10. und 11. Juli im Norden und Osten zumindest regional endlich wieder Regen. Niederschlagsmengen im einstelligen Bereich stellen zwar nicht mehr als einen Tropfen auf dem heißen Stein dar, reichen aber hoffentlich zumindest für eine erste Auflaufwelle von Unkräutern, Ausfallgetreide und Ausfallraps.

Bei besserer Bodendurchfeuchtung wird nun das Bodenleben aktiviert, die Strohrotte kann beginnen. Gleichzeitig steigen Nährstoffumsetzung und Nährstoffverfügbarkeit schlagartig wieder an.

Die nicht entzogenen Nährstoffe sind noch vollständig im Boden vorhanden und werden nun wieder aufnahmefähig. Dies kann sich zu einem unerwünschten Problem entwickeln, wenn keine „Abnehmer“ für die Nährstoffe vorhanden sind. Viele Nährelemente wie Kali, Schwefel, Stickstoff oder Bor können im Boden verlagert werden, was wir leidvoll aus dem letzten, zu nassen Herbst kennen. Bei der mikrobiellen Strohrotte werden aufgrund der diesjährigen geringen Strohmengen und oft erfolgter Strohabfuhr deutlich weniger Nährstoffe benötigt und temporär fixiert.

Gesucht sind daher Ansätze, diese Nährstoffe gezielt zu nutzen oder für das nächste Düngejahr festzuhalten, z.B. durch:

Anbau von Gräsern/Futtergräsern/Futtermischungen

  • Kann im Herbst 1-2 Schnittnutzungen bringen und dann im Herbst oder Frühjahr umgebrochen werden.
  • Vorteil sind Nährstoffentzug, Zusatzfutter bei Futterknappheit sowie Humusbildung und Nährstofffixierung durch die Grasnarbe.

Anbau von Zwischenfrüchten

  • Schnelle Begrünung, Ackerhygiene, Erosionsschutz usw.
  • Kann Nährstoffe konservieren, fördert Humusbildung und Bodenstruktur.
  • In der Regel allerdings kein Nährstoffentzug, wenn keine Ernte erfolgt.

Anbau von Hauptkulturen mit hoher Nährstoffaufnahme im Herbst

  • Raps ist mit Abstand die beste Winterung, um bereits im Herbst hohe Nährstoffmengen aus dem Bodenvorrat aufzunehmen und in Blatt und Wurzel sicher zu konservieren. Die Grundlage hierfür ist bietet das kräftige Wurzelwachstum. N-Aufnahmen von 100 bis 150 kg/ha aus dem Bodenvorrat sind so bei ausreichend langem Herbstwachstum möglich.
  • Auch kräftige bis üppige Rapsbestände können durch gezielte Bestandesführung mit Wachstumsreglern sicher durch den Winter gebracht werden.
  • Der bereits im Herbst aufgenommene Stickstoff kann mit N-Sensoren, über Satellitendaten oder per Schätzung bzw. Frischmassewiegung gezielt zur teilflächenspezifischen Düngung und zur Reduktion des N-Frühjahrsbedarfs genutzt werden.

Fazit: Raps ist ein Nährstoffmagnet, der viele der bisher nicht benötigten Nährstoffe bereits im Herbst sehr effizient aufnehmen und konservieren kann. Diese Mengen können nahezu vollständig bei der Frühjahrsdüngung wieder abgezogen werden, um zumindest im kommenden Erntejahr zu besseren Erträgen und Nährstoffsalden zu kommen.

11.07.2018 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH



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