Rapsaussaat 2018 – bis wann kann man säen?

Die Dürre treibt es auf die Spitze. In weiten Teilen Deutschlands ist es Ende August nach wie vor so trocken, dass die Rapsaussaat zur Mutprobe wird.

Waldbrandgefahrindex (WBI); Mi 29.08.2018
 Waldbrandgefahrindex (WBI); Mi 29.08.2018
Der Waldbrandgefahrenindex ist zugleich ein guter Indikator für die Trockenheit. In allen Zonen ab Stufe 3 erfolgt die Aussaat in den Staub – falls gesät wird. Frühsaaten ab Mitte August sind lokal bei ausreichender Restfeuchte (selten) oder nach Niederschlägen aufgelaufen, teilweise sind aber auch 14 Tage nach der Saat noch keine Keimlinge sichtbar. Hier wird der Feldaufgang erst nach einem nachhaltigen Regen erfolgen. Die Betriebe verfolgen dabei unterschiedliche Strategien. Einige haben trotz Trockenheit bereits alles gedrillt. Andere haben mit der Saat noch nicht begonnen und warten ab, bis Regen angesagt ist. Viele Betriebe haben nach anfänglichem Zögern doch einen Teil des Rapses bestellt, warten aber mit dem Rest der Saat noch ab.

Bis wann kann Raps gesät werden?

Mit Ausnahme des Vorjahres, wo anhaltende Nässe den Spätsaaten deutlich stärker zugesetzt hat, sind Saattermine Anfang September den Augustsaaten ertraglich oftmals ebenbürtig. In diesem Jahr mit den sehr hohen Bodentemperaturen sind Termine bis zum 5. September noch normal, erst danach beginnt der Spätsaatbereich. Dementsprechend sind viele Betriebe bereit auch bis zum 10. September Raps zu bestellen. Wichtig ist in erster Linie eine bestmögliche Rückverfestigung.

Bei allen Spätsaaten unter Trockenbedingungen empfiehlt es sich aktuell, mit geplanten Herbizidmaßnahmen zunächst einen sicheren Feldaufgang und gute Wachstumsbedingungen abzuwarten. Sollte es weiter trocken bleiben, ist so zumindest die Getreidebestellung ohne nochmalige Saatbettbereitung problemlos möglich.

Bei noch späteren Saatterminen steigt das Ertragsrisiko an. Entscheidend wird sein, ob die Wetterprognose für die zweite Septemberdekade Regen ankündigt, dann kann vorher noch bestellt werden. Bleibt der Regen jedoch bis Mitte September aus, schließt sich das reguläre Saatfenster. Einzelne experimentierfreudige Landwirte werden wahrscheinlich dennoch letzte Rapsfläche auch danach noch bestellen, um die Grenzen auszuloten.

Saatzeiten- und Intensitätenversuch am Standort Hohenlieth
 Saatzeiten- und Intensitätenversuch am Standort Hohenlieth
Solche Grenzerfahrungen werden im Rapool – Produktionstechnikversuch (siehe Abb. 2) bereits seit Jahren bewusst angestrebt. In Feldversuchen sind günstige Wachstumsbedingungen (Bodenstruktur, Fruchtfolge, Düngung usw.) meist besser hinzubekommen als in der Praxis. Dennoch ist beachtenswert, dass am Standorte Hohenlieth in Schleswig-Holstein alle Ultraspätsaattermine der vergangenen 7 Jahre erfolgreich bis zur Ernte geführt werden konnten, selbst im besonders schwierigen Vorjahr. Und noch erstaunlicher ist der Minderertrag von nur 3,3 dt/ha im Vergleich zur Spätsaat. Die Spätsaat um den 5. September zeigte sich in allen Jahren der Normalsaat ebenbürtig. Vorausgesetzt es ist irgendwann in den nächsten zwei Wochen Regen in Aussicht.

Weiter Infos zur Sortenleistung von HATTRICK und BENDER unter Spätsaatbedingungen finden Sie hier.

 

28.08.2018 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH