Raps – Bestandsaufnahme vor Winter

Abnehmende Temperaturen beenden im November (vorerst) das Wachstum. Dort wo Niederschläge, Tau und Luftfeuchte gereicht haben, konnten sich die Bestände im goldenen Oktober 2018 noch gut entwickeln.

Frischmssebestimmung vor und nach Winter
 Frischmssebestimmung vor und nach Winter
Ohne Feuchte setzt sich der ungünstige Zustand allerdings fort. Zu Vegetationsende präsentieren sich gemäß Rapool-Onlinemonitoring 55% der Bestände in einem guten bis sehr üppigen Zustand. Über 20% stehen allerdings auch schlecht bis umbruchwürdig und benötigen am besten noch ein Winterwachstum. Es lohnt sich in beiden Fällen, die eigenen Bestände vor der eigentlichen Winterruhe noch einmal zu kontrollieren.

  • Frischmasse liefert Infos zur N-Aufnahme vor Winter
    Entweder über die Frischmassewiegung von 1m² oberirdischem Aufwuchs oder die Bestimmung per Smartphone auf unserer Rapool-Webseite, liefern wertvolle Hinweise zur Düngestrategie 2019 und einem möglichen N-Einsparpotenzial. Denn die vorgeschriebenen Salden gemäß Düngeverordnung sind durch die schwachen Erträge 2018 strapaziert, die betriebliche Düngestrategie 2019 muss gut vorbereitet werden. Auch hierfür bietet Rapool auf der Homepage einfach zu bedienende, kostenlose Planungsmodule an.

 

  • Bestandeskontrolle auf Krankheiten und Schädlinge
    Besiedlung der Blattstiele
     Besiedlung der Blattstiele

    Die milden Temperaturen Mitte Oktober waren noch einmal günstig für Zuflug und Eiablage des Rapserdflohs. Dann läuft jetzt die Besiedelung der Blattstiele (Symptome siehe Foto) durch die Larven, die laut Expert-Prognose gegen Ende November zu ca. 30-50% geschlüpft sind. Bei Temperaturen unter +4°C verlaufen Larvenschlupf und die weitere Larvenentwicklung nur sehr langsam, eine nochmalige Kontrolle vor Vegetationsbeginn ist also ratsam. Werden an mindestens 60 % (schwacher Bestand) bis 80% (kräftiger Bestand) der Pflanzen in den Blattstielen die typischen Verbräunungen, Bohrlöcher oder Larven gefunden, so sollte die weitere Larvenentwicklung aufmerksam beobachtet werden. Ggf. kann bei starkem Larvenbesatz bei noch ausstehender Herbizidbehandlung noch ein Insektizid zugesetzt werden. Das Ziehen einiger Pflanzen offenbart die Wurzelentwicklung, die trotz Dürre deutlich besser ist als unter der Nässe im vorherigen Herbst. Aber auch Kohlhernie oder die Fraßspuren der Kohlfliege können kontrolliert werden. Hier zeigt sich deutlich die positive Wirkung der insektiziden LUMIPOSA-Beizausstattung.

 

  • Gegen Ackerfuchschwanz bei Bodentemperaturen dauerhaft unter +10°C KERB FLO mit voller Aufwandmenge 1,875 l/ha einsetzen. Falls zusätzlich noch Kamille, Kornblume, Klatschmohn und Vogelmiere mit bekämpft werden müssen, kann mit 1,5 l/ha Milestone gearbeitet werden. Zur optimalen Wirkung ist ein feuchter Boden mit feinkrümeliger Bodenstruktur vorteilhaft. Für Milestone gilt: keine Anwendung nach bereits erfolgter Runway-Behandlung zulässig.

 

23.11.2018 Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, Rapool Ring GmbH