Der Winterrapsanbau ist weiterhin wettbewerbsfähig

Die Wirtschaftlichkeit des Winterrapsanbaus leidet seit mehreren Jahren unter einer verschlechterten Ertrags-/ Aufwandsstruktur. Landwirte sollten aber nicht den Fehler begehen, und vom absoluten Deckungsbeitrag der letzten schwierigen Jahre auf die relative Vorzüglichkeit dieser Kultur schließen.

Trotz Rückgang der absoluten Rentabilität ist die relative Vorzüglichkeit des Winterrapsanbaus i. d. R. noch gegeben, wie der Vergleich mit den alternativen Kulturen zeigt. Jeder Landwirt ist angehalten, die Vorzüge der für seine Standorte infrage kommenden Kulturen gegeneinander abzuwägen. Hierzu gehört insbesondere die jeweilige Bedeutung für die Fruchtfolge und damit verbundenen Vor- und Nachteile der jeweiligen Kultur. Dabei zeigt sich, dass der Rapsanbau auch auf niedrigen Ertragsniveau noch wettbewerbsfähig sein kann.

In der Anlage finden Sie eine Übersicht, aus der die Gleichgewichtspreise und -erträge der Alternativkulturen bzw. des Winterraps zu entnehmen sind und zur ersten Orientierung dienen können. Schaut man entlang der ersten Spalte (Winterraps) runter in die entsprechende Zeile, so kann man den Gleichgewichtsertrag ablesen, bis zu dem der Winterraps sinken kann, um wirtschaftlich mit der entsprechenden Alternativkultur gleich gut/schlecht abzuschneiden.

So kann z. B. der Winterrapsertrag bis 36 dt/ha sinken, ehe er einem Silomaisanbau mit 49 t/ha FM Ertrag und einem Erlös von 27 €/t auf dem Halm (Erntekosten trägt der Käufer) wirtschaftlich unterlegen ist. Gegenüber den weiteren Alternativen könnte der Ertrag noch weiter absinken.

Joachim Riedel, BB Göttingen (15.08.2019)


Relative Vorzüglichkeit der alternativen Feldkulturen.pdf
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