Aktuelle Prognose zum Rapserdfloh (KW 41), WR-Einsatz und Phoma

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

2019-10-08 Phomarisiko Deutschland
 2019-10-08 Phomarisiko Deutschland
Wachstumsregler und Phoma:

Der Raps ist zügig weiter gewachsen. Viele Bestände sind gut entwickelt, mit 6 oder mehr Blättern. Ausstehende Wachstumsregler-Behandlung durchführen, sobald es die Witterung zulässt.

Die eingesetzten Mittel sollten auch eine Stärke im Bereich Phoma mitbringen, wo das witterungsbedingte Risiko für diesen Pilz durch höhere Niederschlagsmengen im September bereits erhöht und durch die Regenfälle in der letzten Woche weiter angestiegen ist (vor allem im Norden und Nordwesten Deutschlands und ganz im Süden, siehe Phomarisiko-Deutschlandkarte). Dort sollten Sie Ihre Rapsbestände auf Blattbefall kontrollieren. Infektionen, die durch Niederschläge in der letzten September-Woche gefördert wurden, können sich als Blattflecken zeigen.

Jedoch war der Ausgangsbefall aus dem Vorjahr deutschlandweit wiederum niedrig. Entsprechend gibt es bislang auch kaum Befallsmeldungen. Grundsätzlich gilt, dass bei Befall auf den Blättern möglichst nah an Infektionen (Regenfälle) behandelt werden sollte.

Wo es um eine 2. Maßnahme in besonders üppig entwickelten Beständen geht, kann (sofern keine Phoma-Flecken gefunden werden) noch abgewartet werden. Ebenfalls bei sehr spät aufgelaufenen Beständen. Gegebenenfalls lässt sich die Behandlung mit der Erdflohbekämpfung kombinieren, sofern der Käfer-Schwellenwert in den eigenen Gelbschalen überschritten und noch nicht behandelt wurde.

Rapserdfloh:

Beim Erdfloh muss davon ausgegangen werden, dass bis Mitte September eingewanderte Käfer schon verstärkt Eier ablegen konnten und dass auch schon die ersten Larven geschlüpft sind. Die bis Donnerstag anhaltende kühlere Witterung (12 bis 16 Grad) fördert weder Neuzuflug noch intensive Eiablage und -entwicklung. Dies wird sich bei ansteigenden Temperaturen am Wochenende wieder ändern, für Sonntag werden gebietsweise Höchstwerte bis nahe 25 Grad vorhergesagt.

Daher zunächst die weiteren Entwicklungsbedingungen abwarten und die Behandlung nach Blattstielkontrolle gegen Ende Oktober/Anfang November gegen die Larven richten (mit dann langer Dauerwirkung).