Hinweise zur Rapserdfloh Larvenkontrolle

Der Erdfloh-Druck im Herbst 2019 war deutlich geringer als in den Vorjahren, es gibt aber regional und auch schlagspezifisch Befallsunterschiede.

Der Bekämpfungswert von 50 Erdflöhen je Gelbschale in 3 Wochen wurde oft nicht erreicht, dennoch kann es durch verzettelten oder späten Zuflug zu einem Befall gekommen sein. Falls im Oktober Erdfloh-Larven geschlüpft sind, müssten jetzt an den Blattstielen älterer Blätter entsprechende Befallssymptome sichtbar werden.  Kontrollieren Sie bitte insbesondere Flächen ohne insektizide Herbstbehandlung. Bei Temperaturen unter +4°C verläuft die weitere Larvenentwicklung nur sehr langsam. Ein „kalter“ Winter sollte also, falls ein Larvenbefall festgestellt wird, diesen „einfrieren“ und bis ins Frühjahr konservieren. Folgen aber wiederholt längere, wärmere Phasen, so können sich Larvenschlupf und Larvenentwicklung auch im Winter fortsetzen.

Rapserdfloh Larvenkontrolle der Blattstiele
 Rapserdfloh Larvenkontrolle der Blattstiele

Werden an mindestens 30% (schwacher Bestand) bis 60% (kräftiger Bestand) der Pflanzen in mehreren Blattstielen die typischen Verbräunungen, Bohrlöcher oder Larven gefunden, sollte mit zugelassenen Pyrethroiden behandelt werden. Noch sind die jungen Larven klein genug, um mit gutem Erfolg dezimiert zu werden. Je kälter die Witterung bei und nach der Anwendung, desto länger hält die Wirkung der Maßnahme an, d.h. erst bei typischem „Kerb“-Wetter zu Beginn der Vegetationsruhe behandeln. Bei geringem Larvenbesatz ist aus Resistenzmanagementgründen eine gezielte Behandlung weder jetzt noch im zeitigen Frühjahr sinnvoll.

Tipp: Kontrollieren Sie nicht nur die Blattstiele, sondern auch die Wurzeln auf ihre Verzweigung, den Wurzeltiefgang und auf mögliche Schäden durch Kohlfliegenmaden oder Kohlhernie.

 

01.11.2019         Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH