Nach dem Regen

Die Niederschläge am 29. und 30. April reichen zwar bei weitem nicht aus, und dennoch haben Sie allen Kulturen gutgetan. 

Wetterkarte (Bild 1/3)
 Wetterkarte (Bild 1/3)

Stressmindernd wirken auch der bedeckte Himmel mit reduzierter Strahlung sowie wärmere Nächte. Die Bodenbefeuchtung ist zwar nur sehr flachgründig, aber zumindest ein Teil der Nährstoffe kann wieder (oder erstmalig) in Lösung gehen.

Für den Raps kommen die Niederschläge spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Aber auch Krankheiten wie Sclerotinia könnten sich nach dem Regen entwickeln. Geduldige Landwirte behandeln erst jetzt (immer noch 5 Tage zu früh).

Durch Frost und weitere Stressfaktoren sind oft reduzierte, gelbe, abfallende Knospen zu beobachten. Kleine, gelbe Schoten sind nicht befruchtet worden und werden noch abfallen.

In sehr frühen Regionen ist die Blüte fast durch – die meisten Rapsbestände sind aber noch mitten drin. Auch wenn der Haupttrieb schon durch ist – in diesem Jahr sind die Bestände überwiegend kurz und die Seitentriebe können sich entwickeln.

Gelbe Knospen (Bild 2/3)
 Gelbe Knospen (Bild 2/3)

So bekommen nun auch untere Knospen die Chance aufzublühen und Schoten anzusetzen. Denn sie bekommen Licht und Assimilate. Sie wären unter „normalen“ Verhältnissen vom Haupttrieb und den stärkeren oberen Knospen unterdrückt und reduziert worden.

Bestände mit Frost- und sonstigen Schäden?

Schädigungen am Haupttrieb können über Seitentriebe noch am besten kompensiert werden. Beim Schotenansatz zeigen sich je nach Standort, Stress, Düngetermin usw. Unterschiede insbesondere am Haupttrieb. Auch das kann noch über Schotenbildung an den Seitentrieben kompensiert werden, so dass hier keine vorschnellen Schlussfolgerungen gezogen werden sollten.

Knospen (Bild 3/3)
 Knospen (Bild 3/3)

Die dritte Art von Frostschäden ist schwer einzuschätzen. Es gibt blühende Bestände, die nicht stäuben. Das heißt, es fehlt Pollen zur Befruchtung. Hier besteht meine Erwartung, dass die jetzt später aufblühenden Knospen wieder Pollen bilden und dann bestäuben. Eine offene Blüte ist 2-3 Tage befruchtungsfähig.

Auch Erdfloh geschädigte Bestände sind trotz teils schwerer Schäden dennoch aufgeblüht und setzen auch an. Prinzip Hoffnung, dass sich der Nicht-Umbruch als richtige Entscheidung erweist.

 

Fazit: Der Regen war dringend nötig, aber bei weitem nicht ausreichend. Dennoch hat der Witterungsumschwung für Entspannung gesorgt. Zu hoffen ist auf ein günstiges Blühende und späte Kompensation über die Seitentriebe. Und danach einen passenden Witterungsverlauf – in (8-) 10 Wochen ist Erntebeginn.

 

 

30.04.2020  Dipl.-Ing. agr. Rainer Kahl, RAPOOL-RING GmbH

 

 



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