Aktuelle Prognose Rapserdfloh, WR-Einsatz und Phoma (KW 38)

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

Kontrollieren Sie unbedingt regelmäßig Ihre Gelbschalen auf Rapserdflöhe. Im Norden liegen ab Donnerstag die Temperaturen häufig nur noch unter 20 Grad, so dass nicht mit stärkerem Neuzuflug zu rechnen ist. Ein neues Hoch soll ab dem Wochenende wieder wärmere Temperaturen bringen; dann wird dort die nächste Zuflugwelle des Käfers erwartet, und Sie können wieder neue Erdflöhe in Ihren Schalen zählen. Gefährdet sind vor allem Schläge, die in der Nähe von Altrapsbeständen stehen. In allen anderen Regionen sind nach der späten Hitzewelle wieder mehrtägig günstige Zuflugbedingungen für den Erdfloh gegeben, so dass die Gelbschalen kontinuierlich überwacht werden müssen.

Winterraps Rapserdfloh Neuzuflug-Bedingungen by proPlant
 Winterraps Rapserdfloh Neuzuflug-Bedingungen by proPlant

Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Insektizideinsatz nur sinnvoll, wenn mehr als 10% der Blattfläche zerstört ist. Bislang wird von starken Fraßschäden am jungen Raps nur vereinzelt berichtet. Überwachen Sie v.a. später gesäte, noch kleine Bestände und solche, die schlecht aufgelaufen sind (zu trocken oder nach Niederschlägen verschlämmt/verkrustet). Als Verursacher kommen neben dem Erdfloh auch Schnecken und die Larven der Rübsenblattwespe in Frage.

Spielt der Blattfraß keine Rolle, sollte mit einer Erdfloh-Behandlung gewartet werden, selbst wenn mittlerweile viele Käfer in den Gelbschalen gefangen wurden: Mit Ausnahme des Nordens sind die Temperaturen nach wie vor zu hoch, um eine ausreichende Dauerwirkung unter Neuzuflugbedingungen zu erreichen (für die nächste Woche wird überall „Altweibersommer“ vorhergesagt). In dieser Situation spricht einiges dafür, die Bedingungen für die Eiablage des Erdflohs abzuwarten. Kommt in der Region der Schwarze Kohltriebrüssler vor, kann die Behandlung bis zum Zuflug dieses Käfers hinauszögert werden.

Früh gesäter und wüchsiger Raps hat inzwischen 4 oder mehr Blätter. Ein geplanter Wachstumsregler-Einsatz sollte aber geschoben werden und erst nach den für September ungewöhnlich warmen Tagen erfolgen. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass nennenswerter Regen weiterhin nicht in Sicht ist. Und beachten Sie für das Nachauflaufherbizid Belkar die Einschränkungen beim Einsatz von Wachstumsreglern. Nachdem es in der letzten Woche meistens keine Niederschläge gab, bleibt das Phoma-Risiko fast überall gering. Von den in der letzten Zeit gefallenen Niederschlägen her ist das Risiko für frühen Blattbefall nur in Küstennähe und im Süden Bayerns erhöht. Selbst wenn sich dort im Laufe der Woche erste Phoma-Blattflecken zeigen sollten: Eine Behandlung mit geeigneten Produkten ist nur bei Infektionswetter (Niederschläge) sinnvoll.



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Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2020

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