Aktuelle Prognose Rapserdfloh, WR-Einsatz und Phoma (KW 39)

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

Wie erwartet wurden weitere Rapserdflöhe in den vergangenen warmen Tagen in Gelbschalen gefangen, dies wird bis einschließlich Donnerstag (24.9.) so bleiben, siehe Deutschland-Karte. In manchen Gelbschalen sind es mittlerweile sogar mehrere Hundert Erdflöhe, beispielsweise in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die teilweisen sehr hohen Käferzahlen im Norden Deutschlands sind nicht überraschend: In diesem Frühjahr 2020 gab es dort nach dem erneut milden Winter Rapsbestände mit hohem Erdflohlarven-Befall, und die Pyrethroid-Resistenz beim Rapserdfloh ist dort weiter verbreitet. ABER: Nicht weit von diesen Rekordzahlen entfernt wurden bislang nicht mal 10 Rapserdflöhe gefangen, teilweise sogar 0, und diese kleinräumigen Unterschiede gibt es wie jedes Jahr deutschlandweit!

Winterraps Rapserdfloh Neuzuflug-Bedingungen by proPlant
 Winterraps Rapserdfloh Neuzuflug-Bedingungen by proPlant

Ein Insektizideinsatz ist zum jetzigen Zeitpunkt nur sinnvoll, wenn mehr als 10% der Blattfläche durch den Rapserdfloh zerstört ist und wenn es um das Überleben der Rapspflanzen geht. Das sind nur die wenigen kleinen Bestände, die z.B. wegen der anhaltenden Trockenheit kaum gewachsen sind. Für die große Mehrzahl der Schläge in Deutschland trifft dies auch in diesem Herbst wieder nicht zu.

Wenn bereits vor dem 15. September Rapserdflöhe in den Gelbschalen waren, dann haben diese Erdflöhe in den Tagen direkt danach bereits Eier abgelegt, das können Sie also jetzt im Nachhinein nicht mehr verhindern. Das ist aber auch nicht schlimm, denn es bleibt ja noch die von uns von proPlant ohnehin favorisierte Lösung, später im Herbst die daraus schlüpfenden kleinen Larven erfolgreich zu bekämpfen. Das funktioniert auch, wenn Sie jetzt bereits mehr als 50 Rapserdflöhe pro Gelbschale gezählt haben.

Wenn erst nach dem 15. September nennenswert Rapserdflöhe in den Gelbschalen waren, konnten diese bislang noch nicht nennenswert Eier ablegen. Ab Freitag (25.9.) könnte man – eventuell kombiniert mit einem Wachstumsregler - bei mehr als 50 Rapserdflöhen pro Gelbschale ein Pyrethroid einsetzen, aufgrund der kühleren Temperaturen wäre dann zum einen die Dauerwirkung besser und zum anderen würden auch weniger Erdflöhe nachträglich neu zufliegen. Denn es können auch ab der nächsten Woche weiterhin noch Rapserdflöhe zufliegen, insbesondere in der bislang im Vergleich zum Süden kühleren Nordhälfte Deutschlands. Folglich macht auch die Kontrolle der aufgestellten Gelbschalen weiterhin Sinn.

Falls der Schwarze Kohltriebrüssler in Ihrer Region vorkommt: Sie sollten auf alle Fälle mit dem Insektizideinsatz auf dessen Erstzuflug warten, sofern es nicht um die oben erwähnten starken Fraßschäden geht. Bislang hat dieser Erstzuflug wie erwartet noch nicht stattgefunden. Im Idealfall können Sie mit einer Maßnahme sowohl den Schwarzen Kohltriebrüssler vor dessen Eiablage und gleichzeitig die ersten Rapserdflohlarven bekämpfen.

Ein geplanter Wachstumsregler-Einsatz sollte geschoben werden, bis Regen den Trockenheits-Stress für die Rapspflanzen etwas entspannt. Vorhergesagt bis Sonntag werden höhere Regenmengen für den Süden und den Osten Deutschlands bis hoch zur Ostsee, erst einmal nur geringe Mengen für die Mitte und Westen Deutschlands bis hoch zur Nordsee.

Phoma konnte sich zuletzt aufgrund des fehlenden Regens nicht entwickeln, bei der Mittelauswahl muss dieser Pilz folglich bislang nicht berücksichtigt werden.



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Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2020

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