Aktuelle Prognose Rapserdfloh, Schwarzer Kohltriebrüssler, WR-Einsatz und Phoma (KW 41)

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

Schwarzer Kohltriebrüssler und Rapserdfloh

Seit Mitte/Ende letzter Woche gibt es ersten Zuflug des Schwarzen Kohltriebrüsslers in den Befallsgebieten (z.B. in Regionen Hessens, NRWs, Bayerns). Kontrollieren Sie Ihre Gelbschalen: Bereits bei 5-10 Käfern pro Gelbschale sollte innerhalb weniger Tage nach diesem Zuflug behandelt werden. Damit verhindern Sie die Eiablage des Rüsselkäfers. Anders als beim Rapserdfloh sind die Larven des Schwarzen Kohltriebrüsslers nicht mehr bekämpfbar. Sie bohren sich nicht immer wieder aus dem Blattstiel heraus und wieder hinein und kommen dadurch nicht mit dem Insektizid in Berührung.

Mit der Behandlung des Schwarzen Triebrüsslers erfassen Sie auch den Erdfloh und die ersten Larven; sie schlüpfen jetzt aus den Eiern der früh zugeflogenen Käfer. Fahren Sie in dieser kühlen Woche (sofern Wind und Regen es ermöglichen), können Sie mit ca. 10 Tage Dauerwirkung rechnen. Empfehlenswert ist eine Nachkontrolle der Bestände ab Ende Oktober: Anhand der Symptome der Erdflohlarven an den Blattstielen entscheiden Sie, ob gegen den Erdfloh eine weitere Behandlung notwendig ist. Das kann dann der Fall sein, wenn der Hauptzuflug um den 22. September stattgefunden hat: Diese Käfer haben bereits Eier abgelegt. Deren Larven werden aber voraussichtlich nicht vor dem 20. Oktober schlüpfen.

Kommt der Schwarze Kohltriebrüssler in Ihrer Region (noch) nicht bekämpfungswürdig vor und steht die Behandlung des Erdflohs noch aus, sollten Sie diese Behandlung ab Ende Oktober gezielt gegen die Larven einplanen (dann Kontrolle auf Befallssymptome an den Blattstielen).

Phoma-Risiko Deutschland
 Phoma-Risiko Deutschland

Wachstumsregler und Phoma

Wachstumsregler einsetzen, wenn Bestände jetzt im Wuchs gut aufgeholt haben und bislang gewartet wurde. Mit kritischem Phomabefall ist nur bei überdurchschnittlichen Niederschlägen im August und September zu rechnen. Dann sollten die Wachstumsregler auch eine Phoma-Stärke haben. In fast ganz Deutschland war es aber in diesem Jahr in den beiden Monaten viel zu trocken für Phoma, so dass der Pilz unbedeutend bleiben dürfte. Regionale Ausnahmen mit mehr Niederschlag sind die nördlichen Teile von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und der südliche Teil von Bayern. Dort wird Phomabefall zuerst sichtbar werden; so wurden in Mecklenburg-Vorpommern erste Blattflecken bereits gefunden.



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Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2020

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