Aktuelle Prognose Rapserdfloh, Schwarzer Kohltriebrüssler, WR-Einsatz und Phoma (KW 42)

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

Wachstumsregler und Phoma

Winterraps: Phoma-Infektionen Deutschland
 Winterraps: Phoma-Infektionen Deutschland

Erster, vereinzelter Phoma-Befall ist bislang wie erwartet nur in wenigen Regionen Deutschlands zu finden (z.B. Mecklenburg-Vorpommern). Von kritischem Befall wird noch nicht berichtet. Man erkennt Phoma an den gelblich-braunen bis grauen Blattflecken auf den unteren, älteren Blättern. Sie haben ein weißgraues Zentrum. Darin sieht man die typischen kleinen schwarzen Sporenlager (Pyknidien). 

Bislang ist das Risiko für Phoma-Befall nur in den nördlichen Teilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie im südlichen Bayern hoch. Die Bestände sind dort auf Phoma zu kontrollieren. Bei vorhandenem Befall sollte, wenn ein Wachstumsregler-Einsatz ohnehin noch notwendig ist, dieser kurz nach Infektionen (Regenfällen) mit Schwerpunkt Phoma erfolgen.

Regenfälle in den letzten Tagen haben Infektionen mit dem Pilz gefördert. In den östlichen Landesteilen werden die für Mittwoch/Donnerstag angekündigten Niederschläge Infektionen begünstigen.

 

Phomarisiko Deutschland
 Phomarisiko Deutschland
Schwarzer Kohltriebrüssler und Rapserdfloh

Wer vom Schwarzen Kohltriebrüssler erstmals letzte Woche 5-10 Käfer/Gelbschale gefunden hat (dies wird z.B. aus Bayern gemeldet), sollte diesen umgehend behandeln (sobald es die Bedingungen erlauben). Ein Insektizideinsatz muss bei dem Rüssler vor der Eiablage erfolgen. Denn im Gegensatz zum Rapserdfloh bohren sich die Larven nicht immer wieder aus und wieder ein und kommen dabei mit dem Insektizid in Berührung. Mit der Maßnahme erfassen Sie gleichzeitig den Erdfloh. Hatten Sie bereits vor Mitte September viele Erdflöhe in den Gelbschalen, ist auch der Larvenschlupf aus dieser Zuflugwelle bereits voll in Gang. Die jungen Larven werden mit behandelt.

Wer allerdings erst um den 20. September die meisten Erdflöhe in den Gelbschalen hatte: Die Larven dieser Käfer werden vermutlich erst Ende Oktober schlüpfen. Eine Blattstiel-Kontrolle auf Larvensymptome ist dann empfehlenswert. Sie erkennen Larvenbefall an bräunlichen Verfärbungen, „Huckeln“ und Bohrlöchern an den unteren Blattstielen. Eine notwendige Behandlung sollte unbedingt bei kühlen Temperaturen durchgeführt werden (erwünschte lange Dauerwirkung).

In der nächsten Woche könnte sich die Großwetterlage zunächst auf deutlich milder umstellen. Damit ergeben sich für die Rapserdflöhe wieder gute Eiablagebedingungen, und die Larvenentwicklung schreitet schneller voran. Die Gelbschalen sollten im Feld stehen bleiben und nach milden Tagen auch wieder kontrolliert werden. Bei solchen Bedingungen sollte eine Insektizidbehandlung jedoch unterbleiben (zu kurze Dauerwirkung).



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Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2020

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