Aktuelle Prognose Rapserdfloh, Schwarzer Kohltriebrüssler, WR-Einsatz und Phoma (KW 45)

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster

Rapserdfloh und Schwarzer Kohltriebrüssler

Kontrollieren Sie nach den sehr milden Tagen wieder Ihre Gelbschalen:

Achten Sie auf den Schwarzen Kohltriebrüssler, wo dieser vorkommt. Aus dem Südwesten wurde letzte Woche zunehmender Zuflug gemeldet. Auch in Franken gab es Neuzuflug. Ab 5-8 Käfer pro Gelbschale muss eine zügige Behandlung innerhalb von 5-7 Tagen erfolgen. Erfasst werden jetzt auch die Larven des Erdflohs.

Kommt der Schwarze Kohltriebrüssler nicht vor: In den Gelbschalen können auch späte Rapserdflöhe sein. Vor allem aber führen Sie die Blattstielkontrollen auf Larven fort und achten auf Verfärbungen, „Huckel“/Pusteln und Bohrlöcher. Dies ist auch angeraten, wenn Sie bei starkem Zuflug bereits behandelt haben. Als kritisch gelten 3 Blattstiele mit Erdflohlarven-Symptomen pro Pflanze bei schwach und 5 bei gut entwickelten Beständen.

Die letzten Oktobertage waren sehr mild. Damit war der diesjährige Oktober insgesamt ähnlich warm wie 2019 und wiederum recht günstig für die Geschwindigkeit der Entwicklung von Eiern und Larven. Besonders warm fiel der Monat übrigens im Nordosten Deutschlands aus. Auch wenn dieser Oktober nicht an die extrem hohen Temperaturen von z.B. 2006 und 2014 herankommt: Zusammen mit dem für Zuflug- und Eiablage günstigen Septemberwetter und dem warmen Novemberstart stehen die Alarmzeichen auf Rot, besonders bei hohen Käferzahlen (z.B. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und schlagspezifisch auch in anderen Regionen). Gehen Sie nun gezielt gegen die Larven vor. Sonst besteht bei wiederum anhaltend mildem Winterwetter die Gefahr, dass frühzeitig nicht mehr bekämpfbare Larvenstadien vor dem Längenwachstum auftreten und den Raps schädigen.

Winterraps: Phoma-Infektionen
 Winterraps: Phoma-Infektionen

Wachstumsregler und Phoma

Falls noch ausstehend: Führen Sie Nachbehandlungen mit Wachstumsreglern durch, sobald Sie wieder fahren können. Die milde und regnerische Witterung der letzten Tage hat Infektionen mit Phoma verbreitet begünstigt. Finden Sie in Ihrem Raps kritischen Phoma-Befall, könnten Sie diesen Pilz nun infektionsnah mitbehandeln, sofern Sie bei Mittelwahl und -aufwandmenge auf die Phoma-Wirkung achten. Nicht bei niedrigen Nachttemperaturen oder gar Frostgefahr behandeln: Besonders in der Südhälfte wird diese Woche verbreitet Bodenfrost, örtlich auch leichter Nachtfrost erwartet.

Hierbei handelt es sich um den letzten Text für dieses Jahr. Der Service wird in 2021 für die Frühjahrs-Schädlinge wieder fortgeführt.



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Teilnahmeschluss: 31. Dezember 2020

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