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Aktuelle Prognose zu Rapsschädlingen und -wachstumsreglern (KW 12)

Nach fast 3-wöchiger Pause nimmt der Frühling ab Mittwoch vom Südwesten Deutschlands her wieder Fahrt auf. 

Kohltriebrüssler-Eiablage-Bedingungen (Abb. 1)
 Kohltriebrüssler-Eiablage-Bedingungen (Abb. 1)

Eine gute Beobachtung der Bestände und des Schädlingsbefalls ist bei den stark gestiegenen Rapspreisen noch lohnender: Ausstehende Kohltriebrüssler-Behandlungen nach Schwellenüberschreitung erst ganz zum Ende der letzten warmen Phase sollten zügig durchgeführt werden, sobald die Flächen befahrbar sind: Denn bei ansteigenden Temperaturen werden die Käfer Eier ablegen.

Stellen Sie jetzt die Gelbschalen in Ihren Rapsbeständen wieder auf oder säubern Sie die Schalen auf den Flächen und füllen Sie sie neu mit Spüli-Wasser (Gitterabdeckung zum Schutz von Bienen und Hummeln nicht vergessen), auch wenn Sie Ende Februar bereits gegen Rüssler behandelt haben. Kontrollieren Sie die Schalen nach schönen Tagen in dieser Woche zur Sicherheit auf eine 2. Zuflugwelle von Rüsselkäfern. Besonders in kühleren Lagen (z.B. Küsten-, Höhenlagen) und wo es in der ersten Frühlingsphase zu windig war für die zügige Besiedlung der Rapsbestände, sollte auf Stängelrüssler geachtet werden.

Wird die Schwelle in den Schalen in dieser Woche (erneut) überschritten, muss beim Rapsstängelrüssler umgehend behandelt werden. Kommt „nur“ der Kohltriebrüssler und dieser erstmals bekämpfungswürdig vor, kann je nach Witterungsverlauf bis nächste Woche gewartet werden. Bei freundlichem Wetter über 15 Grad kommen verstärkt Glanzkäfer, so dass dann Trebon das Mittel der Wahl ist. Auf sehr vielen Standorten ist das Thema Stängelrüssler nach dem mehrtägig optimalen Zuflugwetter im Februar aber „durch“; es wird kaum noch Neuzuflug geben.

Rapsglanzkäfer Neuzuflug-Bedingungen (Abb. 2)
 Rapsglanzkäfer Neuzuflug-Bedingungen (Abb. 2)

Die Rapsschläge sollten ab jetzt regelmäßig auf Glanzkäferbefall kontrolliert werden. Im Norden und Osten lassen gute Glanzkäfer-Bedingungen in dieser Woche allerdings noch auf sich warten. Lassen Sie sich von vielen Glanzkäfern in den Gelbschalen nicht irritieren! Relevant für die Behandlungsentscheidung beim Glanzkäfer ist der Befall auf den Pflanzen: Klopfen Sie mehrere Pflanzen in eine Schale. Dafür in den Bestand gehen und nicht nur am Rand gucken! Kritisch sind 10 und mehr Glanzkäfer/Pflanze. Bei schwachen Rapsen halbiert sich der Wert.

Im März ist der Raps langsam aber kontinuierlich gewachsen: Soll ein Wachstumsregler in üppig entwickelten, dichten Beständen und bei weniger standfesten Sorten eingesetzt werden, ist wüchsiges Wetter erforderlich, und bei Nachtfrostgefahr sollte der Einsatz unterbleiben (in dieser Woche v.a. in der Südhälfte Deutschlands möglich). Bei der Kombination mit Insektiziden ist auf die Bienenschutzauflage der Tankmischung zu achten. Schwache und kleine Rapse (z.B. spät gesät) sollten jetzt erstmal „in die Gänge kommen“. Spätestens Ende der Woche sollte über eine Maßnahme mit Fungiziden entschieden werden. Denn sollten die Temperaturen nächste Woche die 20 Grad erreichen, geht die Entwicklung rasant voran.

 

Text: Julia-Sophie von Richthofen & Thomas Volk, proPlant GmbH, Münster