Aktuelle Marktentwicklung im Raps (Juli 2020)

Die knappe Versorgungslage und die Notwendigkeit von Rekordimporten werden in der Saison 2020/21 weiterhin hohe Prämien der EU-Rapspreise erfordern. Das Ausmaß des weiteren Preisanstiegs wird jedoch kurz- bis mittelfristig durch die Nachfrage nach Rapsöl in der EU bestimmt. Der Rückgang der ukrainischen Ernte und praktisch erschöpfte australische Bestände werden bei der europäischen Verarbeitungsindustrie zu einer ungewöhnlich hohen Abhängigkeit von kanadischen Raps mindestens bis Dezember 2020 führen. 

Anbaubedingungen in Kanada sind derzeit günstig und wir erwarten einen Anstieg der Rapsproduktion auf ca. 19,7 Mio. T in diesem Jahr (plus 0,8 Mio. T). Allerdings werden deutlich niedrigere Vorräte das kanadischen Gesamtangebot in 2020/21 praktisch unverändert halten. Erste Anzeichen deuten ebenfalls auf eine deutliche Erholung der australischen Rapsproduktion auf 3,2 Mio. T hin (gegenüber 2,46 Mio. T in 2019).

EU-28: Rapsertrag (T/ha)
 EU-28: Rapsertrag (T/ha)
In der EU sind die Rapserträge in den wichtigsten Erzeugerländern bisher unter den Erwartungen geblieben. In Frankreich schätzt Agreste den durchschnittlichen Rapsertrag derzeit auf nur 3,03 T/ha, was einen Rückgang von 4 % gegenüber dem bereits niedrigem Vorjahresniveau und dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren bedeutet. Ein weiterer Abwärtstrend bei den Erträgen zeichnet sich auch in Großbritannien, Rumänien und Bulgarien ab. Die deutschen Rapserträge sind in diesem Jahr jedoch aufgrund der besseren Feuchtigkeitsversorgung um bis zu 5 % auf 3,5 T/ha gestiegen. Allerdings dürften die durchschnittlichen Erträge in der EU in diesem Jahr nur bei 3,08 T/ha stagnieren und die Produktion auf 16,5 Mio. T (minus 0,5-0,6 Mio. T gegenüber dem Vorjahr) begrenzen.

Die knappe europäische Versorgungslage wird durch den voraussichtlichen Rückgang der ukrainischen Produktion noch verstärkt. Im Juli und August werden die Ankünfte ukrainischen Raps in Deutschland und anderen EU-Staaten ungewöhnlich gering sein. Wir gehen davon aus, dass die EU-Importe australischer Ware in Juli/Juni 2020/21 ein Dreijahreshoch von 1,7 Mio. T erreichen werden (fast ausschließlich in der zweiten Saisonhälfte). Dies steht im Gegensatz zu dem erwarteten Rückgang der Ankünfte aus der Ukraine um 0,4-0,5 Mio. T, was in den nächsten 12 Monaten ein Rekordvolumen von 1,8-1,9 Mio. T aus Kanada erfordert. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die die Einfuhren aus Kanada limitieren könnte, darunter ein Ende des Konfliktes zwischen Kanada und China oder die bevorstehende Gesetzesänderungen in Frankreich.

ISTA Mielke GmbH, OIL WORLD, Hamburg



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