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Aktuelle Marktentwicklung im Raps (April 2021)

Die sich verschlechternden Produktionsaussichten dürften die europäischen Rapspreise kurz- bis mittelfristig stützen.

Die zunehmende Volatilität auf den globalen Ölsaatenmärkten kann jedoch zumindest vorübergehend auch die Rapspreise unter Druck setzen. Derzeit liegen die Preise für neuerntige Ware bei ca. 450-460 EUR und damit rund 50 EUR über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre, was eine ausgezeichnete Vermarktungsmöglichkeit für die europäischen Landwirte darstellt.  

Die Rapsproduktion in der EU wird im Jahr 2021 niedriger als ursprünglich erwartet, nachdem aus Frankreich und Teilen Osteuropas teilweise starker Bodenfrost gemeldet wurde. Das Ausmaß der Schäden an den Rapskulturen ist noch unklar, aber teils starke Ertragseinbußen in den betroffenen Gebieten scheinen unausweichlich. 

Preisspanne für Raps
 Preisspanne für Raps

Aktuellen OIL WORLD-Schätzungen zufolge werden in diesem Jahr voraussichtlich nur 3,05 Mio. T Raps in Frankreich geerntet, ein Rückgang von 0,2 Mio. T und der niedrigste Stand seit 2001. Eine reduzierte Winterrapsaussaat ist der limitierende Faktor für die diesjährige Ernte, während bei den Erträgen immer noch ein Anstieg von 6-7% erwartet wird. Dagegen haben sich die Aussichten für die deutsche Rapsproduktion in den letzten Wochen verbessert. Eine gute Feuchtigkeitsversorgung in den wichtigsten Regionen sowie der nur begrenzte Schädlingsbefall haben teilweise hervorragende Wachstumsbedingungen geschaffen.

Die Rapsproduktion in der EU-27 wird voraussichtlich nur noch um 0,3 Mio. T auf 16,4 Mio. T im Jahr 2021 ansteigen.  Der erwartete weitere Rückgang der Bestände in der aktuellen Saison um etwa 0,2 Mio. T wird allerdings eine Verbesserung der Versorgungslage in der Europäische Union in 2021/22 verhindern. Dies wird die Abhängigkeit von Importen aus Drittländern hochhalten und die Preise in den nächsten Monaten weiterhin stützen.

Auch die kanadische Rapsversorgung wird sich in der nächsten Saison kaum verbessern. Eine Ausdehnung der in diesem Frühjahr bepflanzten Fläche wird nicht ausreichen, um die kanadische Rapsversorgung zu erhöhen. Hinzu kommt die aktuelle Trockenheit in wichtigen Anbaugebieten. Aufgrund der momentan hohen kanadischen Preise gibt es derzeit keine Marge für europäische Mühlen, kanadische Saat für die Verschiffung im Juli/Dezember 2021 zu kaufen, wodurch der größte Teil der europäischen Importe im ersten Halbjahr der Saison 2021/22 in die Ukraine und nach Australien verlagert werden muss.

Daher würden jegliche wetterbedingten Produktionsverluste in Australien in diesem Jahr zu einem starken Anstieg der Rapspreise in der EU führen. Momentan sind die Wetteraussichten und Bodenfeuchtigkeitswerte allerdings gut, was einen weiteren beträchtlichen Anstieg der australischen Aussaat in den kommenden Wochen ermöglicht.  Aktuellen OIL WORLD-Schätzungen beziffern die Ernte am Ende des Jahres auf 4,2-4,3 Mio. T.    

 

ISTA Mielke GmbH, OIL WORLD, Hamburg