Aktuelle Marktentwicklung im Raps (November 2020)

Die Rapspreise sind in den letzten Wochen stark gestiegen und haben von steigenden Öl- und Schrotpreisen profitiert. An der Matif haben die Preise von Raps (Febr Position) am 11. Nov einen neuen Höchststand von EUR 409,5 erreicht, ein Plus von 7% seit dem 29. Okt. Zeitgleich sind die Pflanzenölpreise auf ein Niveau angestiegen, dass seit der Saison 2013/14 nicht mehr registriert wurde. Es ist das Ergebnis mehrerer bullischer Entwicklungen.

Die weltweite Palmölproduktion wird mit nur 74,2 Mio. T im Kalenderjahr 2020 sogar noch geringer ausfallen als bisher erwartet (ein Dreijahrestief und 2,4 Mio. T weniger als ein Jahr zuvor). Der größte Rückgang ist laut OIL WORLD in Indonesien zu verzeichnen. Außerdem sind die Palmölvorräte weltweit auf einem sehr niedrigen Niveau.

Wöchentliche Preise von Raps und Sojabohnen (US-$/T)
 Wöchentliche Preise von Raps und Sojabohnen (US-$/T)

Die fundamentale Lage im Sojabohnenkomplex hat sich weltweit von einem Überschuss zum Defizit entwickelt. Ungünstiges Wetter hat die Produktionserwartungen in den USA reduziert und es gibt nun die Sorge vor Dürreschäden in Südamerika. Gleichzeitig steigen die chinesischen Importe und der Verbrauch ist stärker als erwartet.

Sojabohnen werden derzeit mit einer Prämie über Raps offeriert. Das ist sehr ungewöhnlich und wird nur vorübergehend Bestand haben. Wir halten die Preise für Raps für unterbewertet, was in den kommenden Wochen preisstützend wirken sollte, denn in Europa haben die niedrigen Rapsvorräte den Bedarf an Einfuhren aus Drittländern erhöht.

Rekordeinfuhren von Raps von ca. 3,1-3,2 Mio. T werden im Januar/Juni 2021 erforderlich sein, um die Nachfrage der EU-Verarbeiter in der zweiten Saisonhälfte zu befriedigen. Der weitere Rückgang der europäischen Produktion und der deutliche Rückgang der Einfuhren aus Drittländern im Juli/Dezember 2020 (hauptsächlich aus der Ukraine), wird die Rapsbestände Ende 2020 auf ein ungewöhnlich niedriges Niveau reduzieren.

Das Ausmaß des Rückgangs hängt jedoch noch von der tatsächlichen Menge ab, die im laufenden Quartal gedroschen wird. Allerdings haben hohe Margen, vor allem durch die Rally bei den Preisen für Rapsschrot, die Verarbeitung von Raps in der EU in den letzten Wochen auf einem hohen Niveau gehalten.

Für die gesamte Saison 2020/21 prognostiziert OIL WORLD weiterhin Rekordeinfuhren von Raps in Höhe von rund 6,3 Mio. T in der EU (gegenüber 6,0 Mio. T im Juli/Juni 2019/20). Bis Mitte November lagen die Ankünfte seit dem 1. Juli laut wöchentlicher Handelsdaten ca. 0,7 Mio. T unter Vorjahr. Es wird jedoch erwartet, dass die in den kommenden Wochen größere Ankünfte aus Kanada den Rückgang zumindest teilweise abmildern werden. Aber mit schätzungsweise 3,0-3,2 Mio. T werden die Ankünfte im Juli/Dezember 2020 immer noch etwa 0,5 Mio. T unter dem Vorjahresniveau liegen. 

Eine deutlich größere australische Ernte wird laut aktuellen Schätzungen zu einem signifikanten Anstieg der EU-Einfuhren von australischem Raps in Januar/Juni 2021 führen.  Dies wird den größten Teil des prognostizierten Anstiegs der Gesamtankünfte in der zweiten Saisonhälfte um 0,8 Mio. T ausmachen.  

 

ISTA Mielke GmbH, OIL WORLD, Hamburg



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