Aktuelle Marktentwicklung im Raps (Jan. 2020)

Nach dem Rückgang in der zweiten Januarhälfte ist mittelfristig mit wieder steigenden Rapspreisen zu rechnen. Einige der Gründe werden wir im Folgenden aufzeigen.

Das Rapsangebot wird in der EU auch in 2020/21 knapp bleiben. Die ausgesäte Fläche ist nur leicht ausgedehnt worden, zum Teil wegen Trockenheit und zum Teil wegen rückläufiger Erträge und Erlöse pro Hektar. Besonders in Deutschland und Frankreich liegt die Fläche weiter hinter dem Potential. Unter Annahme von in etwa normalem Wetter erwarten wir für die EU in diesem Jahr um etwa 4-5% höhere Erträge und eine Rapsernte von 17,7 Mio. T. Das ist nur relative wenig über dem Tiefpunkt von 16,9 Mio. T im Vorjahr, bleibt aber weit hinter den früheren Ernten von 20-23 Mio. T zurück.

Es gibt wenig Hoffnung auf eine Erhöhung der EU Rapsverarbeitung in der Saison 2020/21. Die Erhöhung der Produktion wird durch kleine Übergangsbestände fast ausge-glichen. Wir rechnen nicht damit, dass die EU Importe von Raps in der nächsten Saison weiter ausgedehnt werden können, insbesondere dann nicht, wenn China größere Mengen Rapssaat in der Ukraine für Verschiffung ab Juli 2020 kauft. Das stützt die Preise.

 

Zurzeit liegen die gesamten Rapsvorräte in der EU etwa 1,6-1,8 Mio. T unter dem Vorjahr. Die Verarbeitung von Rapssaat muss in der EU zurückgefahren werden. Aus der Ukraine und Australien stehen nur relativ kleine Mengen zur Verfügung. Unsicherheit besteht  über die Höhe der Ankünfte aus Kanada.  Insgesamt bleibt die Versorgungslage knapp.

In der Saison Juli/Juni 2019/20 schätzen wir die Rapsverarbeitung in der EU auf 22,7 Mio. T im Vergleich zu 23,6 Mio. T im Vorjahr. Auch weltweit geht die Rapsverarbeitung auf ca. 61,1 Mio. T zurück im Vergleich zu 61,9 Mio. T in 2018/19. Ein reduzierter Ölgehalt in vielen wichtigen Ländern wird zu einem etwas größeren Rückgang bei der Rapsölproduktion führen. In der EU erwarten wir einen um etwa 0,5 Mio. T reduzierten Rapsölverbrauch im Vergleich zum Vorjahr. Rapsöl wird auch in den kommenden Monaten mit Preisprämien gegenüber Sonnenblumenöl und Sojaöl vermarktet werden.

Preisaussichten: Auch in 2020 gibt es eine Reihe von Unsicherheitsfaktoren. Große Sorge bereitet zurzeit die Ausbreitung des Corona Virus. Das hat zum Teil zu den Preisrückgängen im Januar geführt. Mittelfristig und längerfristig werden die fundamentalen Faktoren von entscheidender Bedeutung für die Preisentwicklung sein. Wir erwarten eine Preiserhöhung für Rapssaat und Rapsöl von dem jetzigen Niveau sowohl für die alterntigen Termine als auch für die neue Ernte. Zusätzliche Infos gibt es unter:  www.oilworld.biz               

Dieser Preisanstieg ist überwiegend auf globale Einflüsse zurückzuführen. Für die Pflanzenöle ist mit einem weltweiten Produktionsdefizit in der jetzigen Saison zu rechnen. Dies gilt insbesondere für Palmöl. Im März 2020 werden die weltweiten Vorräte von Palmöl um ca. 3 Mio. T oder 20% unter Vorjahr liegen. Die Palmölproduktion ist rückläufig, während der Verbrauch sowohl für Biodiesel (insbesondere in Indonesien) also auch für die Ernährung (insbesondere in Asien) steigt. Höhere Palmölpreise ziehen Rapssaat nach oben.

 

 

OIL WORLD (ISTA Mielke GmbH, Hamburg)