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Aktuelle Marktentwicklung im Raps (Februar 2021)

Der starke Anstieg der EU-Rapspreise in der letzten Januarwoche könnte eine gute Gelegenheit für Landwirte darstellen, die verbleibenden Mengen der 2020 Ernte zu vermarkten.

Am 29. Januar schlossen die Preise in Paris (Mai-Position) bei 439,75 EUR, ein Anstieg um 7% gegenüber dem Vormonat und sogar 15% über dem Anfang November verzeichneten Niveau. Auch die Preise für die neue Ernte (Aug-Position) notieren derzeit 6% oder 23 € höher als Ende Januar 2020. Deutliche Zuwächse bei Sojabohnen in Chicago sowie bei Palmöl in Südostasien gelten als die wichtigsten preisstützenden Faktoren für den Raps.

Allerdings sind die Preise in Kanada in den letzten Wochen deutlich stärker gestiegen als in der EU. Der Mai Kontrakt wurde in der zweiten Januarhälfte sogar teilweise mit einem Aufschlag von 3-10 US-Dollar in Winnipeg gehandelt, im Vergleich zu einem Abschlag von 60-70 US-Dollar vor fünf Monaten. Große Abgänge in der ersten Hälfte der Saison 2020/21 haben die kanadischen Rapsbestände zum Ende Dezember deutlich reduziert. Die aktuellen Preise verhindern z.Z. die notwendigen europäischen Einfuhren von kanadischem Raps.

Preisspanne für Raps
 Preisspanne für Raps
Rapsverarbeitung in der EU übertraf im Juli/Dezember 2020 die Erwartungen. Stark reduzierte Inlandsablieferungen, ein langsamer Beginn der Rapsimporte sowie die schwache Nachfrage nach Rapsöl von Biodieselherstellern hielten die Verarbeitung unter dem Vorjahresniveau in Juli/Oktober, gefolgt von einem Anstieg im November. Zuwächse in Deutschland, Frankreich, Belgien und Polen haben im Referenzmonat die weiterhin kleinen Mengen im Vereinigten Königreich mehr als ausgeglichen.

Vorläufige Daten deuten auf einen weiteren Anstieg der Rapsverarbeitung in der EU auf schätzungsweise 2,17 Mio. T im Dezember hin, dem höchsten monatlichen Volumen seit Dezember 2016. Hohe Schlaglöhne, bedingt durch die steigenden Preise für Rapsschrot in den letzten Wochen, dürften die Auslastung der Ölmühlen im Januar/März 2021 weiter hochhalten.

Aktuelle OIL WORLD Schätzungen deuten darauf hin, dass in dieser Saison mindestens 23,2 Mio. T Raps verarbeitet werden, was im Juli/Juni Rekordeinfuhren von fast 6,5 Mio. T erforderlich macht.

Die derzeitigen europäischen Rapspreise spiegeln jedoch noch nicht die knappen alterntigen Bestände in der EU wider.  Bleiben die kanadischen Rapspreise hoch, werden auch die Preise für Raps in der EU - zumindest vorübergehend – noch etwas weiter steigen.

Video: Aktuelle Preisaussichten und Vermarktungsstrategien beim Raps

Thomas Mielke von der ISTA Mielke GmbH gibt einen Einblick in die Preisaussichten und Vermarktungsstrategien der Rapssaat - mit Prognosen zu Angebot, Nachfrage und Preisen. Seit April 2020 sind die Rapspreise in die Höhe geschossen und es ist ein 8-Jahreshoch zu sehen. Das Video finden Sie hier: https://youtu.be/qcCFbfm8_bQ

 

ISTA Mielke GmbH, OIL WORLD, Hamburg