„Rapserdflöhe verhaltener und später im Herbst 2019“

Zur präzisen zeitlichen und räumlichen Erfassung der Rapserdfloh-Aktivität rief RAPOOL pünktlich zur Rapsaussaat 2019 zum „Praxismonitoring Rapserdfloh“ auf. 

Mit kostenlos zur Verfügung gestellten Gelbschalen konnten sich Landwirte am Monitoring in ihren Praxisschlägen, Demoanlagen oder Versuchsstreifen aktiv beteiligen und Gelbschalenfänge sowie Beobachtungen von Rapserdfloh-Blattfraß teilen. 164 Fangmeldungen aus diesen Gelbschalen bilden den diesjährigen eher verhalteneren und späteren Zuflug der Rapserdflöhe ab (s. Abb.).

Abbildung des Zuflugs der Rapserdflöhe über die Kalenderwochen
 Abbildung des Zuflugs der Rapserdflöhe über die Kalenderwochen

Eine Insektizidbehandlung ist ab 50 gefangenen Rapserdflöhen binnen 3 Wochen seit der Aufstellung der Gelbschale gerechtfertigt und in den Säulen rot markiert. So wurden Ende September bis Mitte Oktober lokal die Bekämpfungsrichtwerte überschritten. Mit Gelbschalen können schlagspezifisch Pflanzenschutzmaßnahmen abgewogen werden. Solche schlagspezifischen Überwachungen maximieren die Bekämpfungserfolge und die Schonung unserer Nützlinge im Raps.

Als weitere Unterstützung lieferte RAPOOL den Rapsanbauern ab Ende August in Zusammenarbeit mit pro plant wöchentliche Prognosen zum Schädlingsaufkommen aus regionalen Befallszahlen und der vorherrschenden Witterung. Fazit: In vielen Regionen finden wir einen niedrigeren Rapserdflohdruck als in den Vorjahren, insbesondere aber in den verzettelt und später aufgelaufenen Rapsbeständen gab es lokal dennoch starken Rapserdflohdruck. 

Der etwas spätere Zuflug könnte eine spätere Eiablage mit späterem Larvenschlupf bedeutet haben, Symptome des Larvenbefalls sind dann in den Beständen ebenfalls erst später sichtbar. Es gilt daher jetzt mit Kontrollen auf Rapserdflohlarvenbefall die Bestände weiter im Blick zu behalten.

Im Frühjahr begleitet RAPOOL mit aktuellen Pflanzenbauhinweisen weiter die Situation in den Rapsbeständen.

 

Malte Grohall, RAPOOL-RING GmbH