Wie entwickeln sich die Rapspreise 2019-2020?

Eine aktuelle Preisprognose aufgrund vorliegender Rahmenbedingungen vom Ölsaatenexperten Thomas Mielke, Oil World, Hamburg.

Für die Jahre 2019 und  2020 erwarten wir eine Erhöhung der Rapspreise aufgrund veränderter Bedingungen auf dem Weltmarkt. Dies bezieht sich hauptsächlich auf die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2019 sowie auf das Jahr 2020. Diese Aussichten sollten bei der Vermarktung der Winterrapsernte (die in den nächsten Wochen ausgesät und im Sommer 2019 geerntet wird) berücksichtigt werden. Nachdem sich die Rapspreise im Juli deutlich verbessert haben, sehen wir in den nächsten Wochen nur noch geringen zusätzlichen Spielraum für weitere Preiserhöhungen. In der Tat scheint der europäische Raps zurzeit (im Vergleich zu Raps aus der Ukraine und Canola aus Kanada) überbewertet zu sein. Das Gleiche gilt für die Rapsölpreise, die zurzeit aussergewöhnlich hohe Prämien  gegenüber anderen Pflanzenölen haben.

In den nächsten 6-8 Monaten sollten kurzfristige Preissteigerung als Vermarktungsmöglichkeit genutzt werden.

In der Wirtschaftssaison von Juli 2019 bis Juni 2020 erwarten wir teilweise Rapspreise um EUR 400/to. Folgende Einflüsse vom Weltmarkt sollten dem Rapspreis in der Europäischen Union zugute kommen:

1) Eine Abschwächung in der Wachstumsdynamik der Palmölproduktion weltweit, bedingt durch begrenzte Neuanpflanzungen, ungenügenden Austausch alter Bäume und geringe Erträge pro Hektar. Wir erwarten ein globales Produktionsdefizit von Palmöl in der Saison 2019/20. Rapssaat wird von dann steigenden Palmölpreisen profitieren.

2) Fehlende Expansion des Palmölangebots wird in den nächsten 5 Jahren und darüberhinaus zu einer Festigkeit von Pflanzenöl im Vergleich zu Ölkuchen führen. Das wird vor allem Rapssaat und Sonnenblumensaat zugute kommen, aber für Sojabohnen eher negativ sein.

Natürlich gibt es noch viele weitere Faktoren -- Devisenkursentwicklung, Mineralölpreise, Biodiesel, mögliche Handelskonflikte und politische Rahmenbedingungen, Witterungseinflüsse, u.v.m - die die Entwicklung der Preise beeinflussen können. Dazu finden Sie regelmäßig Informationen auf www.oilworld.biz und in unseren Wochen- und Monatsberichten.

Thomas Mielke, Oil World, 31.07.2018