Rapsernte – den optimalen Druschtermin finden

Der optimale Erntetermin hängt nicht nur von der Sorte, sondern ebenso stark von den Anbaubedingungen, dem Krankheits- und Schädlingsbefall und natürlich der Witterung ab. 

 

 

Der optimale Druschtermin ist wichtig

 

Bei der Rapsernte ist der optimale Druschtermin ein wichtiger Baustein in Bezug auf Ertrag und nachfolgender Ackerhygiene. Grundsätzlich gilt bei der Rapsernte: Geduld bewahren! Moderne Rapssorten sind schotenstabil und neigen bei normaler Witterung nicht zum frühzeitigen Ausfallen. Oftmals wird mit der Rapsernte in der Praxis immer noch zu früh begonnen, weil die obersten Schotenpakete den optimalen Reifezustand vermuten lassen. 2/3 des Rapsertrages befinden sich aber in den mittleren bis unteren Schotenpaketen, denn Rapspflanzen reifen im Bestand nicht gleichmäßig ab. Einerseits, weil der Haupttrieb vermehrt dem Einfluss von Sonne und Wind ausgesetzt ist und dementsprechend schneller abreift. Andererseits kann es durch Krankheits- und Schädlingsbefall zu einer Verzögerung der Blüte kommen, sodass die Seitentriebe später abblühen.

 

Wird der Rapsbestand zu früh geerntet kommt es zu unnötigen Ertragsverlusten durch grüne unreife Gummischoten, welche ungeöffnet durch den Drescher gehen und wieder auf dem Feld landen. In eigenen mehrjährigen Druschversuchen hat RAPOOL ermittelt, dass in den meisten Jahren ein späterer Druschtermin oftmals zu besseren Ertragsergebnissen führt.

Erkennung druschreifer Rapspflanzen
 Erkennung druschreifer Rapspflanzen

 

Erkennung druschreifer Pflanzen

 

  • Schoten: grau-braun abgereift, trocken und platzen unter Druck/Biegen auf, keine bzw. wenig Gummischoten (auch nicht am unteren Pflanzendrittel!).
  • Körner: rascheln in der Schote, mattschwarz z.T. grau-schwarz, knacken bei „Biss-Probe“, Kornfeuchte im Feld 7-9 % (1-3% Feuchte kommen bei Ernte meist hinzu).
  • Seitentriebe: trockene Stängel, grau-braun, am Stängelansatz hellgrün bis braun.

 

Sortentypische Druscheigenschaften

 

RAPOOL führt seit vielen Jahren eigene Versuche durch, um die Druschfähigkeit der Sorten untereinander zu vergleichen. Die Versuche zeigen, dass Rapssorten, die unter gleichen Umweltbedingungen geerntet werden, neben dem ertraglichen Niveau auch in den Druscheigenschaften variieren. Bei den Versuchen wird neben dem Ertrag der Druschkraftbedarf auf der Antriebswelle des Mähdreschers gemessen. Hier zeigt sich, dass Sorten mit einer geringeren Reifeverzögerung (Einstufung BSA) im Stroh in der Regel auch einen niedrigeren Druschkraftbedarf aufweisen.

Sortentypische Druscheigenschaften
 Sortentypische Druscheigenschaften
Zu nennen sind hier vor allem die aktuellen Sorten LUDGER und die neue Sorte SCOTCH. Auch die Sorte DAKTARI zeigt ebenfalls einen geringeren Druschkraftbedarf als Vergleichsorten auf, wenn sie nicht zu früh geerntet wird. Etwas stängelgesundere und später druschreife Sorten wie beispielsweise SMARAGD oder der neue PiCARD können zu grundsätzlich zu einem späteren Zeitpunkt geerntet werden und ermöglichen so das Erntefenster in den Betrieben zu erweitern und Arbeitsspitzen zu entzerren.

 

Weitere Faktoren die den Erntetermin beeinflussen

 

Neben Sortentypischen und witterungstechnischen Einflüssen gibt es weitere Faktoren, die den Erntetermin beeinflussen. Ein wesentlicher Faktor dabei ist die Bestandesdichte. Eine höhere Bestandesdichte (> 45 Pfl. /m²) führt in der Regel auch zu einer schnelleren Abreife. Das Schotenpaket solcher Bestände ist oftmals etwas höher angesetzt und erhält somit auch mehr Licht. Außerdem haben solche Bestände meistens dünnere Stängel. Beide Faktoren führen oft zu einer etwas früheren Reife. Bestände mit geringer Pflanzenzahl (< 30 Pfl./m²) neigen oftmals zu mehr Verzweigungen, tiefer sitzenden Schotenpaketen und dickeren Stängeln. Etwas längere Reifezeiten sind dann die Folge. Zu beachten sind auch anpasste Schnitthöhen bei unterschiedlichen Bestandesdichten (siehe Abbildung).

Einflussfaktoren auf Rapsernte und Drusch
 Einflussfaktoren auf Rapsernte und Drusch

Weitere Faktoren bei der Erntezeitbestimmung sind beispielweise Nachblüher, Verunkrautung und Stängeldurchmesser.  Grundsätzlich gilt es, die Bestände vollständig ausreifen zu lassen, um eine bessere Mähdruschfähigkeit zu erreichen. Moderne RAPOOL-Sorten bieten das Potential für eine richtige Abreife ohne nennenswerte Ausfallverluste – bei normaler Witterung. Eine Pflanzenzahl von ca. 40 Pfl./m² gilt als guter Kompromiss in Richtung einer optimalen Mähdruschfähigkeit.

 

 

 

 

Schauen Sie zum Thema auch mal in unser "Ernteprofi-Video" zusammen mit Claas rein:

 

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